Was bedeutet das?
Wenn ein Exot wie ein Frettchen, ein Reptil oder ein anderes Heimtier sichtbar Mühe beim Wasserlassen hat, deutet das auf ein Problem der Harnwege hin. Möglich sind Entzündungen, Grieß oder Steine, Verengungen oder andere Erkrankungen von Blase und Harnröhre. Betroffene Tiere pressen häufig, setzen nur kleine Mengen ab, wirken beim Absetzen unruhig oder zeigen Schmerz. Manchmal ist der Urin verfärbt oder blutig. Weil sich ein teilweiser Abflussstau zu einem vollständigen Verschluss entwickeln kann und sich dann rasch Giftstoffe im Körper anstauen, sind Harnabsatzstörungen bei Exoten immer ernst zu nehmen. Da die einzelnen Tierarten sehr unterschiedliche Anatomie haben, lässt sich die genaue Ursache nur durch eine fachkundige Untersuchung klären.
Worauf Sie achten sollten
Beobachten Sie, wie oft und in welcher Menge Urin abgesetzt wird und ob das Tier dabei presst oder Schmerz zeigt. Achten Sie auf verfärbten oder blutigen Urin, feuchtes Fell im Genitalbereich und häufige, erfolglose Absatzversuche. Wichtige Begleitzeichen sind ein aufgetriebener Bauch, Fressunlust, Rückzug und Teilnahmslosigkeit. Prüfen Sie, ob überhaupt noch Urin abgesetzt wird, und notieren Sie, wann dies zuletzt sicher der Fall war. Halten Sie die Haltungsbedingungen und die Wasserversorgung fest. Drücken Sie nicht selbst auf den Bauch des Tieres.
Schwierigkeiten beim Harnabsatz bei Exoten: Wann muss ich zum Tierarzt?
Zeigt Ihr exotisches Tier über mehrere Stunden erschwerten oder schmerzhaften Harnabsatz, sollten Sie zeitnah eine fachkundige Tierarztpraxis aufsuchen. Wird gar kein Urin mehr abgesetzt, ist der Bauch prall und schmerzhaft oder wirkt das Tier teilnahmslos, handelt es sich um einen Notfall, der sofortiges Eingreifen verlangt. Ein vollständiger Verschluss der Harnwege kann innerhalb kurzer Zeit lebensbedrohlich werden. Auch blutiger Urin und deutliche Schmerzen sollten nicht abgewartet werden. Bringen Sie das Tier warm und erschütterungsarm zur Untersuchung und achten Sie darauf, eine auf die jeweilige Tierart spezialisierte Praxis zu wählen, da Exoten besondere Kenntnisse erfordern.