Was bedeutet das?
Geburtsschwierigkeiten, fachlich Dystokie, liegen vor, wenn ein trächtiges Tier lange und erfolglos presst und die Geburt nicht voranschreitet. Normalerweise werden die Jungen in überschaubaren Abständen geboren; bleibt das aus, stimmt etwas nicht. Ursachen sind unter anderem Wehenschwäche, zu große oder falsch im Geburtskanal liegende Junge, ein zu enger Beckenkanal oder Erschöpfung des Muttertiers. Auch ein bereits abgestorbenes Junges kann die Geburt blockieren. Betroffene Tiere pressen sichtbar, wirken unruhig, schwach oder teilnahmslos, manchmal tritt blutiger oder grünlicher Ausfluss auf. Geburtsschwierigkeiten sind für Mutter und Junge lebensbedrohlich und lösen sich ohne Hilfe kaum. Deshalb ist es wichtig, den Geburtsverlauf, die Abstände zwischen den Jungen und den Zustand des Muttertiers aufmerksam zu beobachten.
Worauf Sie achten sollten
Beobachten Sie das trächtige Tier:
- Langes, erfolgloses Pressen
- Blutiger oder grünlicher Ausfluss
- Schwäche und Apathie
- Keine Geburt trotz sichtbarer Wehen
Geburtsschwierigkeiten bei Nagetieren: Wann muss ich zum Tierarzt?
Geburtsschwierigkeiten bei Nagetieren sind ein Notfall: Muttertier und ungeborene Junge sind in Lebensgefahr, und mit jeder Stunde sinken die Aussichten. Kontaktieren Sie deshalb umgehend eine für Nagetiere geeignete Notdienstpraxis oder Tierklinik und stellen Sie das Tier ohne Verzögerung dort vor. Warten Sie nicht ab und versuchen Sie keinesfalls, selbst am Tier zu ziehen oder einzugreifen, da dies schwere Verletzungen verursachen kann. Zum absolut sofortigen Notfall wird die Lage bei langem Pressen ohne Geburt eines Jungen oder wenn das Tier zunehmend schwächer wird – dann zählt jede Minute. Rufen Sie nach Möglichkeit vorab an, damit man dort auf die Geburtshilfe vorbereitet ist; erreichen Sie niemanden, fahren Sie trotzdem sofort los, ohne die Fahrt durch weitere Anrufe aufzuhalten.