Was bedeutet das?
Fellrupfen bedeutet, dass sich ein Kaninchen büschelweise Fell ausreißt, meist an Bauch, Brust und Wamme. Bei Häsinnen gehört das häufig zum natürlichen Nestbau während einer Trächtigkeit oder Scheinträchtigkeit, denn sie polstern das Nest mit dem eigenen Fell aus, um die Jungen zu wärmen. In diesem Zusammenhang ist das Verhalten unbedenklich und vorübergehend. Bedeutsam wird es, wenn das Rupfen über dieses Maß hinausgeht, wiederholt auftritt oder mit Juckreiz, Hautrötungen und kahlen Stellen einhergeht. Dann können Parasiten, ein Hautpilz, Schmerzen oder Stress dahinterstecken, und das Tier verletzt sich unter Umständen selbst. Weil sich harmloser Nestbau und krankhaftes Rupfen ähneln, lohnt es sich, Haut und Begleitverhalten genau zu beobachten.
Worauf Sie achten sollten
Achten Sie auf Muster und Begleitumstände:
- Wo rupft sich das Tier das Fell aus
- Handelt es sich um eine Häsin mit Nestbauverhalten
- Juckt oder kratzt es sich zusätzlich
- Ist die Haut darunter gereizt
- Trägt das Tier Nistmaterial zusammen
Fellrupfen beim Kaninchen: Wann muss ich zum Tierarzt?
Solange das Fellrupfen zum Nestbau einer trächtigen oder scheinträchtigen Häsin gehört und das Tier sonst munter ist, genügt aufmerksames Beobachten. Tierärztlich abklären lassen sollten Sie es dagegen, wenn das Rupfen mit Juckreiz, Hautveränderungen, kahlen oder entzündeten Stellen einhergeht, ohne erkennbaren Grund auftritt oder sich wiederholt, da dann Parasiten, ein Hautpilz oder Stress zugrunde liegen können. Ein sofortiger Notfall besteht, wenn durch das Rupfen blutige, offene Hautstellen entstehen oder wenn das Kaninchen zugleich teilnahmslos wird und das Fressen einstellt. Dann ist rasches Handeln nötig, weil offene Haut sich infizieren und im Sommer Fliegen anlocken kann. Im Zweifel ist eine frühzeitige Vorstellung sinnvoller als langes Zuwarten.