Was bedeutet das?
Eine Zehenfehlstellung liegt vor, wenn Zehen verdreht, abgespreizt oder eingerollt sind und der Vogel sie nicht normal zum Greifen einsetzen kann. Bei Jungvögeln entstehen solche Fehlstellungen häufig durch einen ungeeigneten, zu glatten Nistuntergrund oder durch Mangelernährung während der Aufzucht, wenn sich die Zehen in der Wachstumsphase falsch ausrichten. Bei älteren Vögeln kommen verheilte Verletzungen, Gicht oder Milbenbefall als Ursache infrage. Die Bandbreite reicht damit von einem angeborenen oder aufzuchtbedingten Problem bis zu einer erworbenen Veränderung. Weil eine früh erkannte Fehlstellung bei Jungvögeln oft noch korrigierbar ist, ist genaue Beobachtung wichtig. Achten Sie darauf, ob der Vogel die Zehen normal krümmt, ob er sicher greift und auf der Stange sitzt und ob sich die Fehlstellung verschlimmert.
Worauf Sie achten sollten
Beobachten Sie Stellung und Funktion:
- verdrehte, gespreizte oder eingerollte Zehen
- eingeschränktes Greifen
- Probleme beim Sitzen auf der Stange
- Verletzungen oder Verkrustungen
- begleitende Lahmheit
Fehlstellung der Zehen bei Vögeln: Wann muss ich zum Tierarzt?
Zehenfehlstellungen sollten tierärztlich beurteilt werden, vor allem bei Jungvögeln, da eine frühe Behandlung bleibende Schäden verhindern kann. Vereinbaren Sie zeitnah einen Termin, wenn Sie bei einem heranwachsenden Vogel verdrehte, abgespreizte oder eingerollte Zehen bemerken, denn in der Wachstumsphase lassen sich Fehlstellungen oft noch schonend korrigieren. Bei ausgewachsenen Vögeln ist eine Abklärung sinnvoll, wenn die Fehlstellung neu auftritt, sich verschlimmert oder mit einer Schwellung, Verfärbung oder Schonung einhergeht, da dann eine Verletzung, Gicht oder Milben dahinterstecken können. Dringlicher wird es, wenn der Vogel den Fuß nicht mehr belastet, nicht sicher greift oder Schmerzzeichen zeigt. Je früher die Ursache erkannt wird, desto besser lässt sich verhindern, dass die Fehlstellung dauerhaft bestehen bleibt und den Vogel beim Sitzen und Greifen behindert.