Was bedeutet das?
Augenzittern, fachsprachlich Nystagmus genannt, bedeutet, dass sich die Augen des Kaninchens schnell und unwillkürlich hin und her oder auf und ab bewegen, ohne dass das Tier dies steuern kann. Das ist bedeutsam, weil es typischerweise zusammen mit Gleichgewichtsstörungen auftritt und darauf hinweist, dass das Gleichgewichtsorgan im Innenohr oder das Gehirn betroffen ist. Häufige Ursachen sind der Parasit E. cuniculi oder eine Mittelohrentzündung. Oft begleiten eine Kopfschiefhaltung, Taumeln oder Kreislaufen das Augenzittern. Weil das Tier durch die ständige Augenbewegung die Orientierung verliert und sich unsicher fühlt, ist es wichtig, den Beginn, die Dauer und die Begleitzeichen genau zu beobachten, um den Zustand richtig einordnen zu können.
Worauf Sie achten sollten
Achten Sie auf die Augen und Begleitzeichen:
- Bewegen sich die Augen unkontrolliert hin und her
- Hält das Tier den Kopf schief
- Taumelt oder rollt es
- Frisst und trinkt es noch
- Ist das Zittern plötzlich aufgetreten
Augenzittern beim Kaninchen: Wann muss ich zum Tierarzt?
Augenzittern sollte rasch tierärztlich abgeklärt werden, da es ein deutliches Zeichen für eine Störung des Gleichgewichtssystems ist und eine frühe Behandlung die Aussichten verbessert. Beobachten Sie, ob zusätzlich eine Kopfschiefhaltung, Taumeln oder Fressunlust bestehen, und sorgen Sie für eine ruhige, gut abgepolsterte Umgebung, in der sich das Tier nicht verletzen kann. Ein sofortiger Notfall liegt vor, wenn das Augenzittern zusammen mit einer starken Kopfschiefhaltung und Taumeln auftritt oder wenn es plötzlich mit unkontrolliertem Rollen um die eigene Achse einhergeht. Diese Zeichen belasten das Tier erheblich, daher sollten Sie in solchen Fällen nicht abwarten, sondern umgehend eine Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst aufsuchen.