Was ist das?
Encephalitozoon cuniculi, meist E. cuniculi abgekürzt, ist ein winziger einzelliger Parasit, der viele Kaninchen in sich tragen, ohne zu erkranken. Problematisch wird er, wenn er sich bei Stress oder geschwächter Abwehr vermehrt und Gehirn, Nieren oder die Augenlinse befällt. Dort verursacht er Entzündungen, die zu Lähmungen, Kopfschiefhaltung oder Linsentrübungen führen können.
Typische Anzeichen
Ein Ausbruch von E. cuniculi kann sehr unterschiedliche Anzeichen hervorrufen:
- Eine plötzliche Schiefhaltung des Kopfes
- Gleichgewichtsstörungen bis hin zum Rollen um die eigene Achse
- Zittern der Augen, fachsprachlich Nystagmus genannt
- Lähmungen oder Schwäche der Hinterbeine
- Eine weißliche Trübung in der Augenlinse
Mögliche Ursachen
Der Erreger wird über den Urin ausgeschieden und meist früh im Leben aufgenommen:
- Aufnahme von Sporen über verunreinigtes Futter oder Wasser
- Übertragung vom Muttertier auf die Jungen
- Aktivierung bei Stress, Krankheit oder geschwächter Abwehr
Was Sie tun können
Halten Sie ein betroffenes Kaninchen in einer gepolsterten, ruhigen Umgebung, damit es sich bei Gleichgewichtsstörungen nicht verletzt. Stellen Sie Futter und Wasser gut erreichbar bereit und vermeiden Sie Stress.
Wann zum Tierarzt
Plötzliche Kopfschiefhaltung, Lähmungen oder Gleichgewichtsstörungen sind ein dringender Fall, bei dem rasch tierärztliche Hilfe nötig ist, da eine frühe Behandlung die Prognose verbessert.