Was bedeutet das?
Atemgeräusche bei Nagetieren wie Meerschweinchen, Ratten oder Kaninchen bedeuten, dass die Atmung nicht mehr lautlos verläuft. Sie können als Rasseln, Pfeifen, Knacken, Giemen oder als deutlich hörbares Schniefen auftreten. Ursache ist meist eine Erkrankung der oberen oder tiefen Atemwege, etwa ein Schnupfen, eine Lungenentzündung oder eine Mykoplasmose. Auch eine Reizung durch stauboder ammoniakhaltige Einstreu sowie eine beginnende Herzschwäche können die Atmung beeinträchtigen. Weil Nagetiere sehr empfindliche Atemwege haben und Erkrankungen rasch fortschreiten, sind hörbare Atemgeräusche fast immer ein ernstzunehmendes Warnzeichen. Kleine Tiere haben nur geringe Reserven, sodass sich der Zustand innerhalb von Stunden verschlechtern kann. Je früher die Ursache erkannt wird, desto besser lässt sich eine Verschlechterung vermeiden.
Worauf Sie achten sollten
Achten Sie darauf, ob die Geräusche beim Ein- oder Ausatmen entstehen und ob sie in Ruhe oder nur bei Bewegung auftreten. Beobachten Sie die Atemfrequenz und ob sich die Flanken stark heben. Wichtige Begleitzeichen sind Nasen- oder Augenausfluss, Niesen, Appetitlosigkeit, eine aufgeplusterte Haltung oder Teilnahmslosigkeit. Achten Sie auf blaue oder blasse Schleimhäute und darauf, ob das Tier mit gestrecktem Hals atmet. Notieren Sie, ob sich die Geräusche verstärken. Prüfen Sie auch Einstreu und Haltung auf Staub, Zugluft oder starke Gerüche. Solche Beobachtungen sind für die tierärztliche Einordnung wertvoll.
Atemgeräusche bei Nagetieren: Wann muss ich zum Tierarzt?
Stellen Sie Ihr Tier zeitnah, möglichst am selben Tag, in der Tierarztpraxis vor, da Atemgeräusche bei Nagetieren auf eine ernste Atemwegserkrankung hinweisen können. Warten Sie nicht ab, wenn zusätzlich Appetitlosigkeit, eine aufgeplusterte Haltung, Nasenausfluss oder Teilnahmslosigkeit bestehen. Sofortige Hilfe ist nötig, wenn Ihr Tier sichtbar nach Luft ringt, mit offenem Maul oder gestrecktem Hals atmet oder die Schleimhäute blau oder blass wirken. Da kleine Nager kaum Reserven haben, kann sich ihr Zustand innerhalb weniger Stunden dramatisch verschlechtern. Auch scheinbar leichte Geräusche sollten abgeklärt werden, weil sich dahinter eine beginnende Lungenentzündung verbergen kann. Der Tierarzt kann die Atemwege untersuchen und die Ursache gezielt behandeln.