Was ist das?
Eine Zungenverletzung ist eine Schädigung der Zunge, die bei vielen Reptilien nicht nur zum Fressen, sondern auch zur Wahrnehmung der Umgebung dient. Schlangen und manche Echsen erschnüffeln mit ihrer gespaltenen Zunge Duftstoffe und orientieren sich so in ihrem Lebensraum. Verletzungen entstehen zum Beispiel durch Bisse von Futtertieren, scharfe Kanten an der Einrichtung, das Hängenbleiben an Gittern oder durch unsachgemäßes Festhalten. Da die Zunge gut durchblutet ist, bluten solche Verletzungen leicht und sind schmerzhaft. Sie können sowohl das Fressen und Trinken als auch die Orientierung des Tieres erheblich beeinträchtigen. Je nach Ausmaß besteht zudem die Gefahr, dass sich die Wunde entzündet oder dass eine stärkere Schwellung die Atmung behindert.
Typische Anzeichen
Anzeichen einer Zungenverletzung sind:
- Blutung aus dem Maul
- Schwierigkeiten beim Fressen und Schlucken
- vermehrter Speichelfluss
- Appetitlosigkeit
- Würgen oder Maulbewegungen
Mögliche Ursachen
Begünstigend wirken:
- Bisse durch lebende Futtertiere
- scharfkantige Einrichtung
- Gitter, an denen die Zunge hängenbleiben kann
- grobes Festhalten und Stress
Was Sie tun können
Entfernen Sie scharfkantige Gegenstände und gefährliche Gitter und verfüttern Sie keine lebenden Futtertiere unbeaufsichtigt. Beobachten Sie das Fressverhalten genau.
Zungenverletzung bei Reptilien: Wann muss ich zum Tierarzt?
Eine Zungenverletzung sollte tierärztlich untersucht werden, wenn sie stärker blutet, das Fressen stört oder die Zunge sichtbar geschädigt ist. Vereinbaren Sie einen Termin bei einem reptilienkundigen Tierarzt, wenn die Verletzung nicht rasch von selbst abklingt, wenn sich die Stelle entzündet oder wenn das Tier deutlich weniger frisst und trinkt. Ein sofortiger Notfall liegt vor, wenn eine anhaltende, nicht stillbare Blutung aus dem Maul besteht, wenn das Tier Futter und Wasser vollständig verweigert, oder wenn Anzeichen von Atemnot oder Erstickung auftreten. In diesen Fällen müssen Sie das Reptil umgehend in tierärztliche Behandlung bringen. Beobachten Sie das Tier auch bei kleineren Verletzungen genau, da eine zunehmende Schwellung oder Infektion die Nahrungsaufnahme und Atmung nachträglich beeinträchtigen kann.