Was ist das?
Ein verstopfter Tränen-Nasen-Kanal ist eine Blockade des feinen Verbindungskanals, der bei Reptilien das Auge mit der Nasenhöhle verbindet und überschüssige Tränenflüssigkeit ableitet. Ist dieser Kanal durch eingedicktes Sekret, eine Entzündung oder eine Infektion verstopft, kann die Flüssigkeit nicht mehr abfließen und staut sich hinter dem Auge. Bei Schlangen wölbt sich dadurch die Brille über dem Auge vor, bei anderen Reptilien schwillt der Augenbereich sichtbar an. Häufig steht die Verstopfung im Zusammenhang mit Maulentzündungen oder einem Vitamin-A-Mangel, der die Schleimhäute verändert. Der Sekretstau selbst ist meist nicht akut bedrohlich, kann aber ein Zeichen einer tieferliegenden Erkrankung sein und ohne Behandlung zu Schäden am Auge führen.
Typische Anzeichen
Anzeichen können sein:
- geschwollener oder vorgewölbter Augenbereich
- tränender oder verklebter Augenausfluss
- trübe, vorgewölbte Brille bei Schlangen
- Zukneifen des Auges
- Verfärbung unter der Brille
Mögliche Ursachen
Begünstigend wirken:
- Entzündungen oder Infektionen im Maul
- Vitamin-A-Mangel
- eingedicktes Sekret bei Dehydrierung
- Häutungsprobleme bei Schlangen
Was Sie tun können
Achten Sie auf eine gute Maulgesundheit, ausreichende Flüssigkeit und artgerechte Luftfeuchtigkeit. Manipulieren Sie das Auge nicht eigenmächtig.
Verstopfter Tränen-Nasen-Kanal bei Reptilien: Wann muss ich zum Tierarzt?
Ein verstopfter Tränen-Nasen-Kanal ist in der Regel kein Notfall, sollte aber beobachtet und bei anhaltenden Beschwerden abgeklärt werden. Suchen Sie einen reptilienkundigen Tierarzt auf, wenn die Schwellung oder Vorwölbung des Auges länger bestehen bleibt, sich vergrößert oder wenn das Tier das betroffene Auge auffällig schont. Auch begleitende Anzeichen wie eine Maulentzündung, Nasenausfluss oder eine allgemeine Schwäche sind ein Grund für einen Termin. Der Tierarzt kann beurteilen, wodurch der Kanal blockiert ist und ob eine Grunderkrankung dahintersteckt. Verschlechtert sich der Zustand des Auges rasch, tritt eine Trübung, Verletzung oder eine deutliche Zunahme der Vorwölbung auf, oder wirkt das Tier zunehmend teilnahmslos und frisst nicht mehr, sollten Sie zeitnah tierärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.