Was ist das?
Der Vitamin-D3-Überschuss, medizinisch Hypervitaminose D, entsteht durch eine dauerhaft zu hohe Zufuhr von Vitamin D3, meist infolge einer übermäßigen Gabe von Präparaten. Vitamin D3 steuert im Körper den Einbau von Kalzium, weshalb ein Übermaß dazu führt, dass zu viel Kalzium aus dem Futter aufgenommen wird. Dieses überschüssige Kalzium lagert sich dann in Weichgeweben wie Nieren, Blutgefäßen und Muskeln ab, wo es eigentlich nicht hingehört. Diese als Verkalkung bezeichnete Ablagerung schädigt die betroffenen Organe und beeinträchtigt ihre Funktion. Besonders gefährdet sind Tiere, denen zusätzlich zu ihrer Nahrung Vitamin D3 verabreicht wird, obwohl sie über UVB-Licht bereits eigenes Vitamin D3 bilden. Die Hypervitaminose D ist damit eine Folge gut gemeinter, aber übertriebener Nahrungsergänzung.
Typische Anzeichen
Anzeichen können sein:
- Teilnahmslosigkeit und Schwäche
- Appetitlosigkeit
- Gewichtsverlust
- Bewegungsunlust
- Verschlechterung des Allgemeinzustands
Mögliche Ursachen
Begünstigend wirken:
- übermäßige Gabe von Vitamin-D3-Präparaten
- gleichzeitige hohe Kalziumzufuhr
- falsch dosierte Nahrungsergänzung
- Verwechslung von Präparaten
Was Sie tun können
Verabreichen Sie Vitaminpräparate nur sparsam und gemäß fachlicher Empfehlung und setzen Sie auf eine gute UVB-Versorgung statt Überdosierung. Notieren Sie, was Sie wann gegeben haben.
Vitamin-D3-Überschuss (Hypervitaminose D) bei Reptilien: Wann muss ich zum Tierarzt?
Ein Vitamin-D3-Überschuss ist dringend abzuklären, da drohende Organschäden schwerwiegend und teils bleibend sind. Besteht der Verdacht auf eine Überversorgung, etwa nach häufiger oder hoher Präparategabe, sollten Sie tierärztlichen Rat einholen, damit die Versorgung neu eingestellt werden kann. Stellen Sie eigenständige Gaben von Vitamin-D3-Präparaten bis zur Abklärung ein und prüfen Sie die bisherige Zufuhr. Beobachten Sie, ob Ihr Tier schwächer wird, weniger frisst oder sich weniger bewegt. Ein sofortiger Notfall liegt vor bei völliger Futterverweigerung mit Teilnahmslosigkeit, bei zunehmender Bewegungsunfähigkeit oder Schwäche sowie bei Krampfanfällen. In diesen Fällen sollten Sie nicht abwarten, sondern umgehend einen reptilienkundigen Tierarzt aufsuchen. Bringen Sie nach Möglichkeit Angaben zu den verwendeten Präparaten mit, das erleichtert die Einordnung.