Was ist das?
Eine Speiseröhrenerkrankung betrifft die muskulöse Röhre, die die aufgenommene Nahrung vom Rachen in den Magen befördert. Normalerweise schiebt die Speiseröhre den Bissen durch wellenförmige Muskelbewegungen aktiv nach unten. Ist diese Funktion gestört oder die Röhre verändert, kann die Nahrung stecken bleiben, sich stauen oder wieder nach oben gelangen. Typisch ist das sogenannte Regurgitieren, bei dem unverdaute Nahrung ohne würgende Anstrengung passiv wieder aus dem Maul herausbefördert wird. Solche Beschwerden können die Nahrungsaufnahme erschweren und dazu führen, dass Ihr Hund an Gewicht verliert. Eine Speiseröhrenerkrankung beeinträchtigt das Wohlbefinden und birgt zudem die Gefahr, dass Futter oder Flüssigkeit in die Luftröhre gelangt und die Atemwege belastet. Weil sich dahinter unterschiedliche Ursachen verbergen können, sollte der Hintergrund tierärztlich abgeklärt werden.
Typische Anzeichen
Die Beschwerden betreffen vor allem die Nahrungsaufnahme. Achten Sie auf:
- Hochwürgen unverdauter Nahrung kurz nach dem Fressen
- vermehrtes Schlucken, Würgen oder Speicheln
- Schluckbeschwerden oder vorsichtiges Fressen
- Gewichtsverlust trotz Appetit
- Husten, besonders nach dem Fressen
Mögliche Ursachen
Speiseröhrenerkrankungen können verschiedene Ursachen haben. Mögliche Auslöser sind:
- Fremdkörper, die in der Speiseröhre stecken bleiben
- Entzündungen der Speiseröhrenschleimhaut
- Bewegungsstörungen der Speiseröhre
- Verengungen oder Erweiterungen
- angeborene Besonderheiten
Was Sie tun können
Bieten Sie die Mahlzeiten in kleinen Portionen an und beobachten Sie, ob Ihr Hund die Nahrung behält. Manchen Hunden hilft das Fressen aus erhöhter Position, was Sie vorsichtig ausprobieren können. Notieren Sie, wann und wie häufig das Hochwürgen auftritt.
Speiseröhrenerkrankung beim Hund: Wann muss ich zum Tierarzt?
Bei wiederholtem Hochwürgen oder Regurgitieren, bei Schluckbeschwerden, Gewichtsverlust oder Husten nach dem Fressen sollten Sie eine Tierarztpraxis aufsuchen. Eine Abklärung ist wichtig, da neben Erkrankungen der Speiseröhre auch ein verschluckter Fremdkörper die Ursache sein kann. Suchen Sie ebenfalls zeitnah Rat, wenn Ihr Hund immer wieder Futter verweigert oder die Beschwerden über Tage anhalten. Zu einem sofortigen Notfall wird die Situation, wenn deutliche Atemnot oder ein anhaltender Erstickungshusten auftreten, wenn Ihr Hund gar nicht mehr schlucken kann und stark speichelt oder wenn die Schleimhäute blass bis bläulich verfärbt sind. In diesen Fällen sollten Sie ohne Verzögerung eine Praxis oder Klinik aufsuchen, da dann Futter oder Speichel die Atemwege blockieren können und rasch Hilfe nötig ist.