Was ist das?
Eine Schwanzverletzung mit möglichem Schwanzverlust betrifft vor allem Nagetiere wie Rennmäuse und Degus, deren Schwanzhaut sehr empfindlich ist. Wird ein solches Tier am Schwanz festgehalten, kann sich die Haut wie ein Handschuh abstreifen. Bei diesem Verletzungsmuster bleibt entweder die nackte Schwanzwirbelsäule ohne schützende Hautdecke zurück, oder ein Teil des Schwanzes geht ganz verloren. Die Verletzung ist schmerzhaft und blutet, und das freiliegende Gewebe kann sich entzünden oder absterben. Der zurückbleibende Stumpf trocknet mit der Zeit ein und wird meist abgestoßen. Weil diese Schäden dauerhaft sind, dürfen die betroffenen Tierarten grundsätzlich niemals am Schwanz gegriffen werden.
Typische Anzeichen
Eine Schwanzverletzung ist meist deutlich sichtbar:
- Abgestreifte Haut mit freiliegendem Gewebe
- Blutung am Schwanz
- Ein teilweise fehlender oder eingetrockneter Schwanzabschnitt
- Schmerz und Benagen des Schwanzes
Mögliche Ursachen
Schwanzverletzungen entstehen meist durch falsches Handling:
- Festhalten oder Hochheben am Schwanz
- Einklemmen des Schwanzes
- Rangeleien mit Artgenossen
- Hängenbleiben an Gittern oder Zubehör
Was Sie tun können
Greifen Sie betroffene Tiere nie am Schwanz, sondern stützen Sie immer den ganzen Körper. Halten Sie eine frische Verletzung sauber und bringen Sie das Tier zur Versorgung.
Schwanzverletzung und Schwanzverlust bei Nagetieren: Wann muss ich zum Tierarzt?
Eine Schwanzverletzung sollte zeitnah tierärztlich versorgt werden, wenn Gewebe freiliegt, die Wunde anhaltend blutet oder Teile des Schwanzes abgestorben wirken. Stellen Sie Ihr Tier vor, damit der Bereich fachgerecht behandelt und einer Entzündung vorgebeugt wird. Beobachten Sie die Stelle auch in den folgenden Tagen auf Schwellung, Nässen oder Verfärbung. Zu einem sofortigen Notfall wird die Lage bei einer nicht stillbaren Blutung am Schwanz sowie bei Teilnahmslosigkeit oder Schwäche infolge des Blutverlusts. Solche Zeichen deuten darauf hin, dass das Tier ernsthaft geschwächt ist. In diesen Fällen sollten Sie ohne Verzögerung tierärztliche Hilfe aufsuchen. Fixieren Sie das Tier künftig nie am Schwanz, um erneute Verletzungen zu verhindern.