Was ist das?
Die Chinaseuche, fachsprachlich Rabbit Haemorrhagic Disease oder kurz RHD genannt, ist eine hochansteckende Viruserkrankung der Kaninchen. Das Virus verbreitet sich sehr leicht, etwa über direkten Kontakt, Futter, Einstreu oder auch über Insekten, sodass sich Tiere anstecken können, ohne je mit einem erkrankten Kaninchen in Berührung gekommen zu sein. Im Körper löst der Erreger innere Blutungen und ein Versagen der Leber aus, was ihn so gefährlich macht. Viele Tiere sterben bereits innerhalb von ein bis zwei Tagen, häufig sogar plötzlich, ohne dass vorher deutliche Krankheitszeichen aufgefallen sind. Weil die Chinaseuche meist tödlich verläuft und kaum Behandlungsmöglichkeiten bestehen, steht die vorbeugende Impfung als Schutz im Vordergrund. Sie gilt als hochgefährliche Erkrankung mit Notfallcharakter.
Typische Anzeichen
RHD verläuft oft so schnell, dass kaum Anzeichen bemerkt werden, möglich sind aber:
- Plötzliche Teilnahmslosigkeit und Fressunlust
- Hohes Fieber
- Atemnot und Krämpfe kurz vor dem Tod
- Blutiger Ausfluss aus Nase oder After
- Plötzlicher Tod scheinbar gesunder Tiere
Mögliche Ursachen
Das Virus ist extrem widerstandsfähig und wird leicht übertragen:
- Direkter Kontakt zu infizierten oder verstorbenen Tieren
- Übertragung durch Insekten wie Mücken und Fliegen
- Verschleppung über Futter, Kleidung, Schuhe oder Gegenstände
Was Sie tun können
Die wichtigste Maßnahme ist die Vorbeugung durch eine Impfung, über die Sie sich tierärztlich beraten lassen sollten. Halten Sie Insekten vom Gehege fern und vermeiden Sie Kontakt zu fremden Kaninchen.
Chinaseuche (RHD) beim Kaninchen: Wann muss ich zum Tierarzt?
Weil die Chinaseuche meist tödlich verläuft und kaum behandelbar ist, steht die vorbeugende Impfung als wichtigster Schutz im Vordergrund; sprechen Sie dazu Ihre Tierarztpraxis an. Kommt es zu einem plötzlichen Todesfall oder erkranken mehrere Tiere Ihres Bestandes schwer, ist umgehend tierärztlicher Rat einzuholen, auch um die übrigen Kaninchen zu schützen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Zeigt ein Kaninchen Teilnahmslosigkeit, Fressunlust, Atemnot oder blutigen Ausfluss, ist das ein Notfall: Kontaktieren Sie sofort eine für Kaninchen geeignete Notdienstpraxis oder Tierklinik und stellen Sie das Tier ohne Verzögerung dort vor. Wegen der hohen Ansteckungsgefahr ist rasches und umsichtiges Vorgehen entscheidend, auch damit die Praxis die Ansteckungsgefahr für andere Tiere berücksichtigen kann. Rufen Sie nach Möglichkeit vorab an, fahren Sie aber auch dann sofort los, wenn Sie telefonisch niemanden erreichen.