Was ist das?
Die Pododermatitis, umgangssprachlich wunde Läufe oder Sore Hocks genannt, ist eine Entzündung der Haut an der Unterseite der Pfoten, meist an den Hinterläufen. Kaninchen besitzen dort keine schützenden Ballen wie Hunde oder Katzen, sondern laufen auf einem dichten Fellpolster. Wird dieses durch ungeeigneten, harten oder feuchten Untergrund, Bewegungsmangel oder Übergewicht dauerhaft überlastet, entstehen zunächst kahle und gerötete Stellen. Daraus werden mit der Zeit wunde und schließlich geschwürige Bereiche, die sich entzünden und tief ins Gewebe reichen können. Für das Kaninchen ist das sehr schmerzhaft und beeinträchtigt das Laufen. Unbehandelt kann die Entzündung bis auf Sehnen und Knochen vordringen.
Typische Anzeichen
Eine Pododermatitis zeigt sich an den Unterseiten der Pfoten:
- Kahle, gerötete oder verschorfte Stellen an den Hinterläufen
- Offene, nässende oder verkrustete Wunden
- Lahmheit oder vorsichtiges Auftreten
- Bewegungsunlust und vermehrtes Sitzen
- Schmerz beim Berühren der Pfoten
Mögliche Ursachen
Die Entzündung entsteht durch Überlastung der Sohlen:
- Harter, nasser oder gitterartiger Bodenbelag
- Übergewicht, das die Sohlen stark belastet
- Bewegungsmangel und dauerndes Sitzen an einer Stelle
- Mangelnde Hygiene mit nasser Einstreu
Was Sie tun können
Sorgen Sie für einen weichen, trockenen und sauberen Untergrund und vermeiden Sie Gitterböden. Achten Sie auf ein gesundes Gewicht und ausreichend Bewegung.
Pododermatitis beim Kaninchen: Wann muss ich zum Tierarzt?
Offene, nässende oder geschwürige Stellen an den Pfoten sollten zeitnah tierärztlich versorgt werden, da eine Pododermatitis tief in das Gewebe vordringen kann. Auch erste kahle, gerötete Bereiche an den Fußsohlen sind ein Grund, die Haltung zu überprüfen und einen Termin zu erwägen. Zu einem sofortigen Notfall wird die Lage, wenn Ihr Kaninchen vollständig das Fressen verweigert und teilnahmslos wird, stark nässende, tief geschwürige Pfotenwunden aufweist oder die Pfoten vor Schmerzen gar nicht mehr belastet. Dann ist von einer erheblichen, möglicherweise tief reichenden Entzündung auszugehen. Stellen Sie das Tier in solchen Fällen umgehend vor, damit die Wunden fachgerecht versorgt werden.