Was ist das?
Die Paramyxovirus-Infektion ist eine schwere Viruserkrankung, die vor allem bei Schlangen vorkommt. Das Virus befällt in erster Linie die Atemwege und kann darüber hinaus das Nervensystem schädigen. Erkrankte Tiere zeigen deshalb oft Atemnot, Speichelfluss oder Pfeifgeräusche und später nervöse Störungen wie eine verdrehte Kopfhaltung, Zittern oder Bewegungsstörungen. Das Virus überträgt sich leicht von Tier zu Tier über Sekrete und Kontakt, sodass in einer Haltung schnell mehrere Schlangen betroffen sein können. Neuzugänge ohne Quarantäne gelten als besonderes Risiko. Der Verlauf ist häufig tödlich, und es gibt keine einfache Heilung, weshalb der Vorbeugung durch Quarantäne und Hygiene große Bedeutung zukommt. Die Paramyxovirus-Infektion ist damit eine gefürchtete, hoch ansteckende Bestandserkrankung.
Typische Anzeichen
Anzeichen können sein:
- Atmen mit offenem Maul und Schleim
- Sekret an der Nase
- verdrehte Kopfhaltung (Sternengucken)
- Schwäche und Teilnahmslosigkeit
- Krämpfe und Koordinationsstörungen
Mögliche Ursachen
Begünstigend wirken:
- Kontakt zu infizierten Schlangen
- fehlende Quarantäne
- gemeinsame Nutzung von Ausrüstung
- Stress und Überbesatz
Was Sie tun können
Trennen Sie verdächtige Tiere sofort von den anderen und führen Sie strikte Hygiene mit getrennten Geräten durch. Halten Sie konsequent Quarantäne bei jedem Neuzugang ein.
Paramyxovirus-Infektion bei Reptilien: Wann muss ich zum Tierarzt?
Bei Atemnot in Verbindung mit nervösen Auffälligkeiten wie einer verdrehten Kopfhaltung, Zittern oder Bewegungsstörungen sollten Sie sofort einen reptilienkundigen Tierarzt aufsuchen, da ein hohes Ansteckungsrisiko für die anderen Tiere besteht. Auch schon bei alleiniger, unklarer Atemnot einer Schlange ist rasches Handeln geboten, statt den Verlauf abzuwarten. Trennen Sie ein erkrankt wirkendes Tier umgehend von den übrigen Schlangen und halten Sie strikte Hygiene ein, um eine Ausbreitung im Bestand zu verhindern. Wenn plötzlich mehrere Tiere ähnliche Symptome zeigen, ist besondere Eile geboten, da sich das Virus schnell ausbreitet. Neu erworbene Schlangen sollten Sie grundsätzlich in Quarantäne halten und bei Krankheitszeichen zeitnah untersuchen lassen. Weil diese Infektion meist schwer verläuft, entscheidet frühes Handeln über den Schutz des gesamten Bestands.