Was ist das?
Eierstockzysten sind mit Flüssigkeit gefüllte Blasen, die sich an den Eierstöcken bilden. Beim weiblichen Meerschweinchen kommen sie sehr häufig vor, vor allem im mittleren bis höheren Alter. Solche Zysten können mit der Zeit stark wachsen, einen großen Teil des Bauchraums ausfüllen und zudem den Hormonhaushalt des Tieres durcheinanderbringen. Als Folge der hormonellen Veränderungen zeigt sich oft ein auffälliger, symmetrischer Haarausfall an beiden Flanken. Große Zysten verursachen darüber hinaus Druck und Schmerzen im Bauchraum und können das Fressverhalten und das allgemeine Wohlbefinden beeinträchtigen. Weil Eierstockzysten beim Meerschweinchen so verbreitet und zugleich meist gut behandelbar sind, lohnt es sich, entsprechende Anzeichen frühzeitig abklären zu lassen, statt sie hinzunehmen.
Typische Anzeichen
Eierstockzysten zeigen sich über Fell und Bauch:
- Symmetrischer Haarausfall an beiden Flanken
- Ein zunehmend umfangreicher Bauch
- Verändertes Verhalten, vermehrte Unruhe oder Aufreiten
- Fressunlust und Druckempfindlichkeit
- Manchmal tastbare Umfangsvermehrung im Bauch
Mögliche Ursachen
Zysten entstehen hormonell bedingt:
- Hormonelle Veränderungen bei nicht kastrierten Weibchen
- Zunehmendes Alter
- Veranlagung der Tierart
- Hormonelles Ungleichgewicht
Was Sie tun können
Beobachten Sie Fell, Bauchumfang und Verhalten und tasten Sie behutsam nach Veränderungen. Drücken Sie nicht auf den Bauch.
Eierstockzysten beim Meerschweinchen: Wann muss ich zum Tierarzt?
Bei Anzeichen wie symmetrischem Haarausfall an den Flanken, einem zunehmend dicker werdenden Bauch, verändertem Verhalten oder nachlassendem Appetit sollten Sie einen Tierarzt die Eierstöcke untersuchen lassen, da Eierstockzysten in der Regel gut behandelbar sind. Je früher die Ursache erkannt wird, desto besser lässt sich das Tier entlasten. Warten Sie deshalb nicht ab, wenn Ihnen solche Veränderungen auffallen. Ein sofortiger Notfall liegt vor, wenn das Tier über mehrere Stunden vollständig das Futter verweigert, wenn der Bauch plötzlich stark aufgebläht und gespannt ist oder wenn es teilnahmslos wird und deutlich schwächelt. Solche Zeichen deuten auf eine bedrohliche Verschlechterung hin. In diesen Fällen müssen Sie umgehend tierärztliche Hilfe aufsuchen, notfalls über einen tierärztlichen Notdienst, damit das Tier rasch versorgt werden kann.