Was bedeutet das?
Fressunlust, fachlich Inappetenz, bedeutet, dass Ihr Tier weniger oder gar nichts mehr frisst. Bei Nagetieren ist das besonders ernst, denn ihr Verdauungstrakt ist auf eine ständige Nahrungsaufnahme angewiesen, um in Bewegung zu bleiben. Fällt das Fressen aus, kann die Verdauung rasch ins Stocken geraten. Hinter der Fressunlust stecken häufig Zahnprobleme, Schmerzen, Verdauungsstörungen oder andere Erkrankungen, die dem Tier zusetzen. Weil kleine Heimtiere Schwäche instinktiv verbergen, wirkt vieles lange unauffällig, bis das Fressen nachlässt. Deshalb ist verringerter Appetit fast immer ein Warnsignal, das man ernst nehmen sollte. Achten Sie darauf, ob Ihr Tier noch Kot absetzt und ob es gleichzeitig matt wirkt oder sich zurückzieht.
Worauf Sie achten sollten
Beobachten Sie das Fressverhalten genau:
- Wie lange wird schon nicht gefressen
- Ob auch das Trinken eingestellt wird
- Veränderter Kot oder dessen Fehlen
- Aufgeplustertes, teilnahmsloses Verhalten
Fressunlust bei Nagetieren: Wann muss ich zum Tierarzt?
Frisst ein Nagetier deutlich weniger oder gar nichts mehr, sollten Sie nicht lange abwarten, sondern zügig tierärztlichen Rat einholen, da sich der Zustand schnell verschlechtern kann. Ein Termin ist besonders wichtig, wenn zusätzlich der Kotabsatz ausbleibt, das Tier matt wirkt oder sich zusammenkauert. Je früher die Ursache erkannt wird, desto besser stehen die Chancen. Ein sofortiger Notfall liegt vor, wenn Ihr Tier mehr als zwölf Stunden gar nichts frisst oder dazu keinen Kot mehr absetzt. In diesem Fall sollten Sie umgehend eine Praxis oder Klinik aufsuchen, da ein Verdauungsstillstand droht. Beobachten Sie in der Zwischenzeit genau, wie viel gefressen und ausgeschieden wird, damit der Verlauf für die Behandlung nachvollziehbar bleibt.