Was ist das?
Eine Magenübersäuerung entsteht, wenn der Magen des Pferdes zu viel Säure enthält, ohne dass diese ausreichend durch Raufutter und Speichel abgepuffert wird. Der Pferdemagen bildet ständig Magensäure, weil das Pferd von Natur aus über viele Stunden kleine Mengen fressen soll. Fehlt kontinuierliches Raufutter, etwa bei langen Fresspausen oder viel Kraftfutter, reizt die überschüssige Säure die empfindliche Magenschleimhaut. Auch Stress und intensive Belastung können die Säurebildung begünstigen. Die Übersäuerung gilt als Vorstufe von Magengeschwüren, da die anhaltende Reizung die Schleimhaut schädigen kann. Betroffene Pferde zeigen mitunter Leistungsabfall, Unlust oder wechselnden Appetit. Weil sich daraus ernstere Schäden entwickeln können, sollte auf die Fütterung geachtet werden.
Typische Anzeichen
Die Übersäuerung zeigt sich unspezifisch:
- wählerisches Fressen
- Leistungsabfall
- Empfindlichkeit beim Gurten
- gelegentlich leichte Koliken
Mögliche Ursachen
Verschiedene Faktoren begünstigen die Übersäuerung:
- lange Fresspausen
- viel Kraftfutter und wenig Raufutter
- Stress
- intensive Belastung mit leerem Magen
Was Sie tun können
Bieten Sie häufig kleine Raufuttermengen an und vermeiden Sie lange Pausen ohne Futter. Geben Sie vor der Arbeit etwas Raufutter, um den Magen zu schützen.
Magenübersaeuerung beim Pferd: Wann muss ich zum Tierarzt?
Bei unspezifischen, leichten Anzeichen wie zeitweiser Fressunlust können Sie das Pferd beobachten und vor allem die Fütterung mit ausreichend Raufutter und wenig langen Fresspausen überprüfen. Sie sollten den Tierarzt hinzuziehen, wenn die Beschwerden anhalten, das Pferd wiederkehrend schlecht frisst, an Gewicht verliert, wiederholt leichte Koliken zeigt, einen Leistungsabfall hat oder Sie den Verdacht auf Magengeschwüre haben. Auch stumpfes Fell, Zähneknirschen oder Empfindlichkeit im Gurtbereich können Hinweise sein. Eine tierärztliche Untersuchung hilft, das Ausmaß einzuschätzen und andere Ursachen abzugrenzen. Je früher Fütterung und Haltung angepasst werden, desto besser lässt sich einer Verschlechterung vorbeugen. Solange nur geringe, vorübergehende Anzeichen bestehen, steht die Optimierung von Fütterung und Haltung im Vordergrund.