Was ist das?
Die Luftsackmykose ist eine Pilzinfektion des Luftsacks, einer paarigen, luftgefüllten Aussackung im Kopf des Pferdes, die mit dem Rachenraum in Verbindung steht. In der Wand des Luftsacks verlaufen wichtige Blutgefäße und Nerven. Siedeln sich dort Pilze an, entsteht ein pilzbedingter Belag, der das darunterliegende Gewebe angreift und die Wände der großen Blutgefäße schädigen kann. Dadurch drohen plötzliche, oft heftige Blutungen, die für das Pferd lebensbedrohlich sind. Werden zusätzlich Nerven in Mitleidenschaft gezogen, können Schluckstörungen oder andere Ausfälle auftreten. Die Luftsackmykose entwickelt sich häufig zunächst unbemerkt, bis erste Warnzeichen wie einseitiges Nasenbluten auftreten. Sie zählt zu den gefährlichsten Erkrankungen im Kopfbereich des Pferdes und muss ernst genommen werden.
Typische Anzeichen
Die Erkrankung zeigt sich am Kopf:
- plötzliches Nasenbluten ohne Verletzung
- einseitiger Nasenausfluss
- Schluckbeschwerden
- gelegentlich Nervenausfälle im Kopf
Mögliche Ursachen
Die Pilzbesiedelung wird begünstigt durch:
- feucht-warmes Klima im Luftsack
- geschwächtes Immunsystem
- vorbestehende Entzündungen
- ungeklärte individuelle Faktoren
Was Sie tun können
Halten Sie das Pferd ruhig und vermeiden Sie Aufregung, die Blutungen verstärken könnte. Verständigen Sie umgehend den Tierarzt.
Luftsackmykose beim Pferd: Wann muss ich zum Tierarzt?
Die Luftsackmykose ist ein Notfall, da sie lebensbedrohliche Blutungen auslösen kann. Bemerken Sie bei Ihrem Pferd plötzliches Nasenbluten ohne erkennbare Verletzung, insbesondere aus nur einem Nasenloch, kontaktieren Sie ohne Verzögerung eine für Pferde geeignete Notdienstpraxis oder Pferdeklinik – auch dann, wenn die Blutung zunächst wieder aufhört. Ebenso gehören wiederkehrender blutiger Nasenausfluss, sonstiger Nasenausfluss, Schluckbeschwerden sowie eine starke, anhaltende Blutung umgehend in tierärztliche Behandlung; je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser lassen sich gefährliche Gefäßblutungen verhindern. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Pferd möglichst ruhig bleibt, da Aufregung und Anstrengung eine erneute, heftigere Blutung begünstigen können, und lassen Sie es ohne Aufschub vorstellen. Rufen Sie nach Möglichkeit vorab an, damit die Praxis vorbereitet ist – erreichen Sie niemanden, fahren Sie dennoch sofort los, ohne weitere Zeit zu verlieren.