Was ist das?
Die Listeriose beim Kaninchen ist eine Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Listeria ausgelöst wird und meist über verunreinigtes Futter aufgenommen wird. Nach der Aufnahme kann sich der Erreger im Körper ausbreiten und je nach Verlaufsform unterschiedliche Organe befallen. Besonders gefürchtet ist die Nervenform, bei der das Nervensystem betroffen ist und Gleichgewichtsstörungen, Kopfschiefhaltung oder Lähmungen auftreten. Bei trächtigen Häsinnen kann die Listeriose außerdem zum Absterben der Früchte und zu Aborten führen. Das ist gefährlich, weil die Erkrankung oft schwer und rasch fortschreitend verläuft und das Allgemeinbefinden stark beeinträchtigt. Weil Listerien in feuchter, verdorbener Umgebung vorkommen, spielt eine saubere, einwandfreie Futterhygiene für die Vorbeugung eine wichtige Rolle.
Typische Anzeichen
Die Listeriose kann sich auf verschiedene Weise zeigen:
- Gleichgewichtsstörungen und Kopfschiefhaltung
- Lähmungen und Schwäche
- Fieber und Apathie
- Aborte oder Totgeburten bei trächtigen Tieren
- Fressunlust
Mögliche Ursachen
Die Bakterien werden meist über Futter aufgenommen:
- Verunreinigtes oder verdorbenes Grün- und Saftfutter
- Schlecht gelagertes, schimmeliges Heu
- Verschmutztes Wasser
- Geschwächte Abwehr
Was Sie tun können
Achten Sie auf einwandfreie Futter- und Heuqualität und entfernen Sie verdorbene Reste sofort. Lagern Sie Futter trocken und sauber.
Listeriose beim Kaninchen: Wann muss ich zum Tierarzt?
Gleichgewichtsstörungen, eine Kopfschiefhaltung, Lähmungen, Krämpfe oder ein Abort bei einer trächtigen Häsin sind ein Notfall: Kontaktieren Sie in diesem Fall ohne Verzögerung eine auf Kaninchen eingerichtete Notdienstpraxis oder Tierklinik und stellen Sie Ihr Tier dort unverzüglich vor. Auch eine plötzliche schwere Schwäche, Futterverweigerung oder Teilnahmslosigkeit gehört sofort abgeklärt, da diese Anzeichen auf eine Listeriose, aber auch auf andere ernste Erkrankungen hinweisen können und die Ursache zeitnah abgegrenzt werden muss. Warten Sie bei plötzlichen neurologischen Ausfällen keinesfalls ab, denn je früher eine solche Erkrankung erkannt wird, desto besser stehen die Chancen für den betroffenen Patienten. Weisen Sie in der Praxis auf mögliche Futterquellen hin, da dies bei der Einordnung helfen kann. Rufen Sie nach Möglichkeit vorab an, damit die Praxis vorbereitet ist; erreichen Sie niemanden, fahren Sie dennoch sofort los, ohne den Transport weiter hinauszuzögern.