Was ist das?
Die Leptospirose ist eine bakterielle Infektion, die durch Bakterien der Gattung Leptospiren ausgelöst wird. Diese werden häufig über kontaminiertes Wasser, feuchte Böden oder den Urin infizierter Tiere übertragen und dringen über Schleimhäute oder kleine Hautverletzungen in den Körper ein. Über die Blutbahn können sie verschiedene Organe erreichen und dort Schäden anrichten, insbesondere an Augen, Nieren und Leber. Beim Pferd gilt die Leptospirose als ein wichtiger Mitauslöser der periodischen Augenentzündung, der sogenannten Mondblindheit. Je nach betroffenem Organ reicht das Beschwerdebild von Fieber und Augenentzündung bis zu Nieren- und Leberproblemen. Da die Erkrankung mehrere lebenswichtige Organe betreffen kann und teils auch für den Menschen ansteckend ist, sollte sie ernst genommen werden.
Typische Anzeichen
Die Symptome sind oft unspezifisch:
- Fieber und Mattigkeit
- gelbliche Schleimhäute
- Augenentzündungen
- Abgeschlagenheit und Fressunlust
Mögliche Ursachen
Die Erreger gelangen über die Umgebung ins Pferd:
- kontaminiertes Trink- oder Standwasser
- Urin infizierter Wildtiere
- feuchte, nasse Weiden
- Kontakt zu Nagetieren
Was Sie tun können
Sorgen Sie für sauberes Trinkwasser und halten Sie Nagetiere fern. Vermeiden Sie das Tränken aus stehenden Gewässern.
Leptospirose beim Pferd: Wann muss ich zum Tierarzt?
Zeigt Ihr Pferd Fieber in Verbindung mit einer Augenentzündung oder auffällig gelblich verfärbten Schleimhäuten, sollten Sie dringend den Tierarzt aufsuchen, da diese Anzeichen auf eine Beteiligung von Augen, Leber oder Nieren hindeuten können. Beobachten Sie außerdem, ob Ihr Pferd normal frisst, trinkt und Harn absetzt, und ob das Allgemeinbefinden ungestört ist. Zu einem sofortigen Notfall wird die Situation, wenn die Schleimhäute deutlich gelb verfärbt sind und gleichzeitig hohes Fieber besteht, wenn der Harnabsatz blutig oder stark vermindert ist oder wenn Ihr Pferd ausgeprägte Schwäche zeigt oder festliegt. In diesen Fällen sollten Sie nicht abwarten, sondern umgehend tierärztliche Hilfe anfordern, da eine schwere Organbeteiligung rasch lebensbedrohlich werden kann.