Was ist das?
Ein Knochenbruch, fachlich Fraktur, bedeutet, dass ein Knochen ganz oder teilweise durchbrochen ist. Die zierlichen, dünnen Knochen von Nagetieren brechen schon bei vergleichsweise geringer Gewalt, etwa bei Stürzen aus der Höhe, beim Hängenbleiben einer Gliedmaße im Gitter oder durch Quetschungen. Ein Bruch ist außerordentlich schmerzhaft und macht das betroffene Bein je nach Lage unbrauchbar, sodass es unnatürlich hängt, geschwollen ist oder in einem falschen Winkel steht. Bricht ein Wirbel, kann zusätzlich die Bewegungsfähigkeit der Hinterhand beeinträchtigt sein. Weil die Schmerzen erheblich sind und das Tier durch die Verletzung unter starkem Stress steht, sind schnelle Schmerzlinderung, Schonung und eine fachgerechte Versorgung entscheidend für die weitere Heilung.
Typische Anzeichen
Ein Knochenbruch zeigt sich meist deutlich:
- Plötzliche Lahmheit oder ein nicht belastetes, herabhängendes Bein
- Unnatürliche Stellung oder Beweglichkeit der Gliedmaße
- Schwellung und Schmerz an der Bruchstelle
- Bei Wirbelbrüchen Lähmung der Hinterbeine
Mögliche Ursachen
Brüche entstehen durch Krafteinwirkung oder Schwäche:
- Stürze aus der Höhe, etwa beim Hochheben oder vom Arm
- Einklemmen von Gliedmaßen, zum Beispiel zwischen Gitterstäben
- Quetschungen, etwa durch Türen oder Tritte
- Brüchige Knochen durch Mineralstoffmangel
Was Sie tun können
Bewegen Sie das Tier möglichst wenig, betten Sie es weich und transportieren Sie es ruhig in einer kleinen, gepolsterten Box. Versuchen Sie nicht, den Bruch zu schienen oder zu richten.
Knochenbruch bei Nagetieren: Wann muss ich zum Tierarzt?
Ein Knochenbruch ist ein Notfall und muss umgehend tierärztlich versorgt werden, um die starken Schmerzen zu lindern und bleibende Schäden zu vermeiden. Sobald Ihr Tier eine Gliedmaße nicht mehr belastet, sie unnatürlich hängen lässt oder abwinkelt, wenn ein Bereich stark anschwillt oder wenn Ihr Tier nach einem Sturz oder einer Quetschung heftige Schmerzen zeigt, dürfen Sie nicht abwarten. Transportieren Sie das Tier möglichst ruhig und erschütterungsarm in einer kleinen, gepolsterten Box, damit es sich nicht weiter bewegt und die Bruchstelle nicht zusätzlich belastet wird. Zwingen Sie es nicht zum Laufen. Zeigt Ihr Tier zusätzlich Lähmungen der Hinterhand oder verliert die Kontrolle über Blase und Darm, handelt es sich um einen besonders dringlichen Notfall.