Was ist das?
Kiemenparasiten sind verschiedene Erreger, die das empfindliche Kiemengewebe von Fischen befallen, darunter Würmer sowie einzellige Parasiten wie Costia oder Trichodina. Sie setzen sich an den Kiemen fest und reizen das dort dicht angelegte Gewebe, das für die Atmung entscheidend ist. Durch den Befall wird der Gasaustausch behindert, sodass die Tiere schlechter Sauerstoff aufnehmen können und Atemnot entwickeln. Betroffene Fische atmen oft beschleunigt, halten sich vermehrt an sauerstoffreichen Stellen auf oder schnappen an der Oberfläche nach Luft. Begünstigt wird ein Befall durch Stress, schlechte Wasserwerte oder das Einbringen bereits befallener Tiere. Für den Fisch bedeuten Kiemenparasiten eine ernste Belastung, da eine gestörte Atmung rasch lebensbedrohlich werden kann, wenn der Befall stark ist.
Typische Anzeichen
Auf diese Anzeichen sollten Sie achten:
- schnelle, angestrengte Atmung
- abgespreizte Kiemendeckel
- Scheuern und vermehrter Kiemenschleim
Mögliche Ursachen
Begünstigend wirken:
- Einschleppen über Neuzugänge
- Überbesatz und schlechte Wasserwerte
- geschwächte Tiere
Was Sie tun können
Verbessern Sie die Wasserqualität und sorgen Sie für gute Belüftung. Halten Sie neue Fische zunächst getrennt.
Kiemenparasiten bei Fischen: Wann muss ich zum Tierarzt?
Bei Verdacht auf Kiemenparasiten ist eine fischmedizinische Untersuchung mit Kiemenabstrich sinnvoll, sobald die Tiere deutliche Atemnot zeigen. Nur so lassen sich die verschiedenen Erreger sicher unterscheiden und die Belastung richtig einordnen. Überprüfen Sie zugleich die Wasserwerte, da ungünstige Bedingungen die Atmung zusätzlich erschweren. Zu einem sofortigen Notfall wird die Lage, wenn Fische schwer und dicht an der Oberfläche nach Luft schnappen oder wenn sie in Seitenlage geraten oder kraftlos am Boden zusammenbrechen. In diesen Fällen sollten Sie ohne Verzögerung für zusätzliche Belüftung sorgen und unverzüglich fischkundigen Rat einholen. Handeln Sie zügig, da ein starker Befall der Kiemen die Atmung so stark beeinträchtigen kann, dass rasch Lebensgefahr besteht und weitere Fische im Becken gefährdet sind.