Was ist das?
Das Koi-Herpesvirus (KHV) ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die vor allem Koi und Karpfen betrifft und ganze Bestände gefährden kann. Das Virus schädigt insbesondere die Kiemen, sodass diese fleckig, hell verfärbt oder zerstört erscheinen und die Sauerstoffaufnahme stark beeinträchtigt wird. Betroffene Fische atmen angestrengt, wirken teilnahmslos, ziehen sich zurück, sondern sich ab oder verweigern das Futter. Weil sich das Virus rasch von Fisch zu Fisch ausbreitet und häufig innerhalb eines bestimmten Temperaturbereichs ausbricht, kann es innerhalb kurzer Zeit zu hohen Verlusten im Bestand führen. Übertragen wird es unter anderem über neu eingesetzte Tiere, gemeinsames Wasser und geteilte Ausrüstung. Für einen Koi- oder Karpfenbestand ist KHV eine der ernstesten und folgenreichsten Infektionen überhaupt.
Typische Anzeichen
Diese Erkrankung zeigt sich durch:
- schwere Atemnot und Schnappen
- geschädigte, fleckige Kiemen
- eingefallene Augen, Apathie
Mögliche Ursachen
Auslöser und Risiken:
- Einschleppen über infizierte Tiere
- kritische Temperaturen (18-28 °C)
- Stress und Überbesatz
Was Sie tun können
Halten Sie strikte Quarantäne für neue Tiere ein und vermeiden Sie das Vermischen von Beständen. Reduzieren Sie Stress und überwachen Sie die Wassertemperatur.
Koi-Herpesvirus (KHV) bei Fischen: Wann muss ich zum Tierarzt?
Bei Verdacht auf das Koi-Herpesvirus handelt es sich um einen Notfall: Kontaktieren Sie umgehend eine fischkundige Notdienstpraxis oder Tierklinik mit Erfahrung in der Zierfisch- und Teichmedizin und lassen Sie den Verdacht ohne Verzögerung abklären, da die Erkrankung hochansteckend ist, rasch zu hohen Verlusten führen kann und unter Umständen meldepflichtig ist. Besonders dringlich ist dies, wenn mehrere Koi oder Karpfen gleichzeitig angestrengt atmen, apathisch werden, das Futter verweigern oder wenn kurz hintereinander Tiere sterben, vor allem bei entsprechenden Wassertemperaturen. Setzen Sie in dieser Situation keine neuen Fische ein und verbringen Sie weder Tiere noch Wasser oder Ausrüstung in andere Becken oder Teiche, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Warten Sie keinesfalls ab, damit die Ursache gesichert und der übrige Bestand bestmöglich geschützt werden kann. Rufen Sie nach Möglichkeit vorab an, damit die Praxis sich auf einen Fischpatienten einstellen kann; erreichen Sie niemanden, fahren Sie dennoch sofort los, ohne den Weg durch weitere Anrufversuche zu verzögern.