Was ist das?
Das Kehlkopfpfeifen, medizinisch Hemiplegia laryngis, entsteht durch eine Lähmung eines Stimmlippenknorpels im Kehlkopf. Normalerweise werden die Stimmlippen bei Belastung weit geöffnet, damit das Pferd genügend Luft bekommt. Ist der zuständige Nerv geschädigt, bleibt meist die linke Seite gelähmt und der Knorpel hängt in die Atemwege hinein. Bei Anstrengung verengt er den Luftweg, sodass ein deutlich hörbares, pfeifendes Atemgeräusch entsteht. Zugleich bekommt das Pferd unter Belastung schlechter Luft, was sich in nachlassender Leistung zeigt. Die Ursache der Nervenschädigung bleibt oft unklar, häufiger sind größere Pferde betroffen. Weil das Kehlkopfpfeifen die Belastbarkeit einschränken kann, sollte es beobachtet und eingeschätzt werden.
Typische Anzeichen
Das Pfeifen zeigt sich bei Anstrengung:
- pfeifendes Atemgeräusch beim Einatmen
- nachlassende Leistung
- vermehrtes Atmen nach Belastung
- Geräusch besonders bei schnellen Gangarten
Mögliche Ursachen
Verschiedene Faktoren kommen infrage:
- Lähmung des Kehlkopfnervs
- bevorzugt bei großen Pferden
- erbliche Veranlagung
- vorausgegangene Nervenschäden
Was Sie tun können
Beobachten Sie das Atemgeräusch und die Leistungsbereitschaft Ihres Pferdes. Vermeiden Sie Überforderung bei deutlicher Atemnot.
Kehlkopfpfeifen beim Pferd: Wann muss ich zum Tierarzt?
Ein leises Atemgeräusch ohne Leistungseinbußen können Sie zunächst beobachten. Sie sollten den Tierarzt hinzuziehen, wenn das pfeifende Geräusch bei Belastung deutlich wird, zunimmt oder mit einem spürbaren Leistungsabfall einhergeht, etwa wenn das Pferd unter Anstrengung schneller ermüdet. Auch wenn das Geräusch neu auftritt oder sich rasch verstärkt, ist eine Untersuchung sinnvoll, um die Atemwege zu beurteilen und die Ausprägung einzuschätzen. Eine tierärztliche Abklärung hilft, andere Ursachen für Atemgeräusche abzugrenzen und den weiteren Umgang mit dem Pferd, besonders bei sportlicher Nutzung, zu planen. Zeigt das Pferd unter Belastung deutliche Atemschwierigkeiten, sollten Sie die Arbeit beenden und es zur Ruhe kommen lassen. Solange keine Atemnot und kein Leistungsverlust bestehen, ist aufmerksames Beobachten vertretbar.