Was ist das?
Beim Grauen Star, fachlich Katarakt, trübt sich die normalerweise glasklare Augenlinse ein, sodass das Licht nicht mehr richtig auf die Netzhaut fällt. Das Tier sieht dadurch zunehmend schlechter, im hinteren Bereich des Auges wird eine graue oder milchige Trübung sichtbar, und es kann bis zur Erblindung kommen. Bei Degus ist der Graue Star besonders bedeutsam, weil er häufig mit einer Zuckerkrankheit zusammenhängt: Ein dauerhaft erhöhter Blutzucker schädigt die Linse und lässt sie eintrüben. Eine solche Linsentrübung kann daher ein erster, sichtbarer Hinweis auf einen bislang unentdeckten Diabetes sein. Aus diesem Grund sollte man ein trüb wirkendes Auge nicht nur als Alterserscheinung abtun, sondern die Ursache abklären lassen.
Typische Anzeichen
Ein Grauer Star entwickelt sich meist langsam:
- Eine weißlich-graue, milchige Trübung in der Pupille
- Unsicherheit beim Bewegen, Anstoßen an Gegenständen
- Vorsichtigeres Verhalten in ungewohnter Umgebung
- Bei Degus oft begleitet von vermehrtem Trinken und Harnabsatz
Mögliche Ursachen
Eine Linsentrübung hat verschiedene Ursachen:
- Diabetes mit dauerhaft erhöhtem Blutzucker, vor allem bei Degus
- Hohes Alter
- Verletzungen oder Entzündungen des Auges
- Erbliche Veranlagung
- Nährstoffmängel
Was Sie tun können
Gestalten Sie das Gehege übersichtlich und verändern Sie die Einrichtung möglichst wenig, damit sich das Tier zurechtfindet. Bei einem Degu sollten Sie zudem zucker- und getreidearm füttern und auf Diabeteszeichen achten.
Grauer Star (Katarakt) bei Degus und anderen Nagetieren: Wann muss ich zum Tierarzt?
Bei einer Linsentrübung, besonders bei einem Degu, sollte ein Tierarzt das Auge untersuchen und auf eine Zuckerkrankheit testen, denn der Graue Star kann ein erster Hinweis auf einen Diabetes sein, der sich sonst unbemerkt verschlimmert. Je eher eine solche Grunderkrankung erkannt wird, desto besser lässt sie sich über Fütterung und Haltung steuern. Da Nagetiere sich stark über Geruch, Gehör und Tasthaare orientieren, kommen sie mit nachlassender Sehkraft oft erstaunlich gut zurecht, weshalb der Sehverlust selbst kein Notfall ist. Beobachten Sie Ihr Tier dennoch aufmerksam auf weitere Krankheitszeichen wie vermehrtes Trinken, Gewichtsverlust oder Mattigkeit und lassen Sie es bei solchen Auffälligkeiten zeitnah untersuchen, um behandelbare Ursachen nicht zu übersehen.