Was ist das?
Beim täglichen Putzen nehmen Nagetiere Haare auf, die normalerweise unauffällig mit dem Kot wieder ausgeschieden werden. Bei einem Haarballen, fachlich Trichobezoar genannt, verklumpen diese verschluckten Haare zu einer festen Masse im Magen oder Darm und können den Durchgang behindern. Begünstigt wird dies durch Fellwechsel, vermehrtes Putzen, zu wenig Rohfaser oder eine bereits verlangsamte Verdauung. Das ist gefährlich, weil sich die Verdauung durch das Hindernis verlangsamt oder ganz stoppt und es zu einem lebensbedrohlichen Stillstand kommen kann. Da Nagetiere nicht erbrechen können, lässt sich ein Haarballen nicht einfach heraufwürgen. Unbemerkt kann er so über Tage die Verdauung blockieren und den gesamten Zustand des Tieres verschlechtern.
Typische Anzeichen
Ein Haarballen zeigt sich über eine schleichend gestörte Verdauung:
- Nachlassender Appetit
- Kleinerer, weniger oder kettenartig durch Haare verbundener Kot
- Aufgeblähter Bauch
- Allmählicher Gewichtsverlust und Mattigkeit
Mögliche Ursachen
Vermehrte Haaraufnahme oder eine träge Verdauung begünstigen Haarballen:
- Starker Fellwechsel oder übermäßiges Putzen
- Zu faserarme Fütterung, die den Weitertransport bremst
- Flüssigkeitsmangel
- Eine bereits verlangsamte Darmtätigkeit
Was Sie tun können
Bieten Sie viel Heu und frisches Wasser an und bürsten Sie langhaarige Tiere im Fellwechsel regelmäßig, um die Haaraufnahme zu verringern. Geben Sie keine Hausmittel zum Auflösen.
Haarballen im Verdauungstrakt bei Nagetieren: Wann muss ich zum Tierarzt?
Frisst Ihr Tier schlechter und setzt es weniger oder kleinere Köttel ab, sollte tierärztlich abgeklärt werden, ob ein Haarballen die Verdauung blockiert, denn dies ist ein dringender Fall. Auch wenn die Köttel durch eingelagerte Haare wie an einer Perlenschnur aufgereiht wirken oder das Tier zunehmend matt ist, sollten Sie nicht lange abwarten. Zu einem sofortigen Notfall wird die Situation, wenn Ihr Tier das Fressen vollständig einstellt und gar keinen Kot mehr absetzt, wenn der Bauch aufgebläht, hart und schmerzhaft ist oder wenn es teilnahmslos wird und vor Schmerzen mit den Zähnen knirscht. Dann müssen Sie ohne Verzögerung eine tierärztliche Praxis oder einen Notdienst aufsuchen, da ein vollständiger Verdauungsstillstand lebensgefährlich ist.