Was bedeutet das?
Kein Kotabsatz bedeutet, dass Ihr Tier über Stunden keinen oder nur noch winzigen, trockenen Kot absetzt. Dahinter steht meist ein Verdauungsstillstand, bei dem der Darm seine Bewegung einstellt. Bei Nagetieren ist das ein hochakutes Problem, weil ihr Darm ununterbrochen arbeiten muss, um gesund zu bleiben. Oft geht dem Ganzen eine Fressunlust voraus, etwa durch Zahnprobleme, Schmerzen, Stress oder eine falsche Fütterung. Steht die Verdauung still, sammeln sich Gase an und der Zustand verschlechtert sich rasch. Weil das Ausbleiben von Kot leicht übersehen wird, ist eine tägliche Kontrolle wichtig. Achten Sie darauf, ob und wie viele Köttel im Gehege liegen und ob Ihr Tier gleichzeitig matt wirkt oder das Fressen einstellt.
Worauf Sie achten sollten
Kontrollieren Sie den Käfig genau:
- Anzahl und Größe der Kotbällchen
- Sehr kleine oder verkettete Köttel
- Verweigerung von Futter und Wasser
- Gekrümmte Haltung als Schmerzzeichen
Kein Kotabsatz bei Nagetieren: Wann muss ich zum Tierarzt?
Setzt Ihr Tier über einen längeren Zeitraum keinen Kot mehr ab, sollten Sie nicht abwarten, sondern schnell handeln, da ein Verdauungsstillstand rasch lebensbedrohlich wird. Achten Sie parallel darauf, ob es noch frisst, denn ein gleichzeitiger Fressstopp verschärft die Lage. Ein sofortiger Notfall liegt vor, wenn Ihr Tier mehr als sechs Stunden keinen Kot absetzt oder zusätzlich Bauchschmerzen zeigt, sich zusammenkauert und teilnahmslos wirkt. Suchen Sie in diesem Fall umgehend eine Praxis oder Klinik auf und rufen Sie möglichst vorab an. Warten Sie nicht auf eine spontane Besserung, da der Zustand meist rasch fortschreitet. Halten Sie Ihr Tier bis dahin warm und ruhig und beobachten Sie, ob und wie viel es noch frisst.