Was ist das?
Gallen sind weiche, prall-elastische Schwellungen an Gelenken oder Sehnenscheiden des Pferdebeins. Sie entstehen, wenn sich vermehrt Gelenk- oder Sehnenscheidenflüssigkeit bildet und ansammelt (Hydrops), sodass sich die betroffene Struktur sichtbar und tastbar vorwölbt. In vielen Fällen sind Gallen nicht schmerzhaft, nicht erwärmt und beeinträchtigen das Pferd kaum; sie gelten dann als kosmetisches Problem. Häufig treten sie an Fessel-, Sprung- oder Kniegelenk auf und werden durch Belastung, harten Boden oder anlagebedingte Faktoren begünstigt. Verändert sich eine Galle jedoch, wird warm, schmerzhaft oder geht mit Lahmheit einher, kann eine Entzündung oder Überlastung dahinterstecken. Gallen zählen zu den häufigen, meist harmlosen Umfangsvermehrungen am Pferdebein, deren Beurteilung dennoch der Einordnung durch den Fachmann bedarf.
Typische Anzeichen
Gallen erkennen Sie an den Beinen:
- weiche, fluktuierende Schwellungen
- meist beidseitig und symmetrisch
- in der Regel keine Lahmheit
- gut tastbare Füllung
Mögliche Ursachen
Gallen entstehen durch Belastung:
- Überlastung der Gelenke
- harte Böden und intensive Arbeit
- Fehlstellungen
- altersbedingter Verschleiß
Was Sie tun können
Beobachten Sie die Schwellungen und achten Sie auf Bewegung und ausreichend Auslauf. Angepasste Belastung kann das Anschwellen reduzieren.
Gallen beim Pferd: Wann muss ich zum Tierarzt?
Gallen sind meist harmlos, sodass in der Regel keine Eile besteht, eine Veränderung aber beobachtet werden sollte. Eine kühle, schmerzlose Schwellung, die das Pferd nicht beeinträchtigt, kann zunächst kontrolliert werden. Sobald eine Galle jedoch warm, schmerzhaft oder deutlich größer wird, sich rasch verändert oder das Pferd dazu lahmt, sollten Sie den Tierarzt hinzuziehen, um eine Entzündung oder Überlastung auszuschließen. Auch eine plötzlich neu auftretende, sich schnell füllende Schwellung sollte abgeklärt werden. Achten Sie außerdem auf Anzeichen einer stärkeren Beeinträchtigung wie Steifheit, veränderte Bewegung oder ein gestörtes Allgemeinbefinden. In solchen Fällen ist eine zeitnahe Untersuchung sinnvoll, damit die Ursache der Veränderung geklärt und das weitere Vorgehen mit Blick auf Belastung und Haltung abgestimmt werden kann.