Was ist das?
Beim Fellfressen, fachlich Trichophagie, nehmen Nagetiere übermäßig viel eigenes oder fremdes Fell auf und schlucken es herunter. Das ist bedenklich, weil sich die Haare im Magen-Darm-Trakt zu Haarballen verklumpen können, die die Verdauung stören und im schlimmsten Fall den Darm verlegen. Anders als beim Barbering, bei dem Fell nur abgekaut wird, werden die Haare hier tatsächlich gefressen. Oft ist dieses Verhalten ein Zeichen für Stress, Langeweile, Mangelernährung oder eine zu faserarme Fütterung, bei der die Tiere nach Ersatz und Beschäftigung suchen. Auch soziale Spannungen in der Gruppe können eine Rolle spielen. Fellfressen ist deshalb weniger eine eigene Krankheit als ein Hinweis auf ein Haltungs- oder Ernährungsproblem.
Typische Anzeichen
Fellfressen zeigt sich an Fell und Verhalten:
- Kahle, glatt abgefressene Stellen
- Beobachtbares Knabbern am eigenen oder fremden Fell
- Mit der Zeit Verdauungsprobleme durch Haarballen
- Unruhe oder stereotypes Verhalten
Mögliche Ursachen
Auslöser liegen meist in Haltung und Fütterung:
- Zu wenig Heu und Rohfaser
- Langeweile und Reizarmut
- Stress durch Enge oder Gruppenkonflikte
- Mineralstoff- oder Vitaminmangel
Was Sie tun können
Stellen Sie reichlich Heu, faserreiches Futter und Beschäftigung bereit und sorgen Sie für stressarme Haltung. Beobachten Sie, ob sich Verdauung und Verhalten bessern.
Fellfressen bei Nagetieren: Wann muss ich zum Tierarzt?
Zunächst lohnt es sich, die Fütterung zu überprüfen und für mehr Rohfaser, Beschäftigung und Ruhe zu sorgen, da Fellfressen häufig aus Langeweile oder Mangelernährung entsteht. Ein Tierarzt sollte eine zugrunde liegende Ursache abklären, wenn das Verhalten trotz verbesserter Haltung nicht aufhört, wenn es sich verstärkt oder wenn mehrere Tiere betroffen sind. Besonders wichtig wird die Untersuchung, sobald Verdauungsprobleme auftreten: Fressen Sie darauf, dass Ihr Tier weniger frisst, kleinere oder keine Köttel absetzt, einen aufgeblähten Bauch zeigt oder matt wirkt. Diese Zeichen können auf einen Haarballen oder eine Verdauungsstörung hindeuten und gehören zeitnah in fachkundige Hände. Verweigert Ihr Tier ganz das Fressen und wirkt teilnahmslos, warten Sie nicht ab, sondern handeln Sie rasch.