Was ist das?
Eine Zahnerkrankung bei Reptilien ist eine Erkrankung von Zähnen und Zahnfleisch, die vor allem Echsen mit fest verwachsenen Zähnen betrifft. Manche Arten wie Bartagamen und Leguane besitzen Zähne, die direkt dem Kieferknochen aufsitzen und nicht in einzelnen Zahnfächern verankert sind. Lagern sich an diesen Zähnen Belag und Zahnstein ab, entzündet sich das empfindliche Zahnfleisch am Übergang zum Knochen. Die Entzündung kann fortschreiten und schließlich den Kieferknochen selbst angreifen. Begünstigt wird diese Entwicklung durch zu weiche, zuckerhaltige Nahrung wie überreifes Obst, an dem klebrige Reste haften bleiben. Bleibt eine solche Zahnerkrankung unbehandelt, führt sie zu Schmerzen, Maulentzündungen und deutlichen Fressproblemen, weil das Tier den Kiefer nicht mehr schmerzfrei bewegen kann.
Typische Anzeichen
Anzeichen einer Zahnerkrankung sind:
- Beläge oder bräunliche Ablagerungen an den Zähnen
- gerötetes, geschwollenes Zahnfleisch
- vermehrter Speichelfluss
- Schwierigkeiten beim Fressen
- Blutungen am Zahnfleisch
Mögliche Ursachen
Begünstigend wirken:
- zu weiche, zuckerreiche Fütterung
- viel Obst bei Pflanzenfressern
- mangelnde Abnutzung durch faserarmes Futter
- allgemeine Schwächung
Was Sie tun können
Bieten Sie eine artgerechte, faserreiche Kost an und reduzieren Sie zuckerhaltiges Obst, um Belag vorzubeugen. Achten Sie auf Veränderungen im Maulbereich.
Zahnerkrankung bei Reptilien: Wann muss ich zum Tierarzt?
Eine Zahnerkrankung entwickelt sich meist langsam, daher genügt es zunächst, das Maul aufmerksam zu beobachten. Bemerken Sie entzündetes oder gerötetes Zahnfleisch, harte Beläge an den Zähnen oder Fressprobleme, sollten Sie das Maul tierärztlich untersuchen lassen. So lässt sich klären, wie weit die Entzündung fortgeschritten ist und ob der Kieferknochen bereits betroffen ist. Achten Sie außerdem darauf, ob Ihr Tier zögerlich frisst, hartes Futter meidet oder aus dem Maul unangenehm riecht. Da eine falsche, zu weiche Fütterung die Erkrankung fördert, lohnt sich ein Blick auf den Speiseplan. Verweigert Ihr Reptil dauerhaft das Futter, magert ab oder wirkt es sichtbar schmerzgeplagt, sollten Sie nicht länger abwarten, sondern zeitnah einen reptilienkundigen Tierarzt aufsuchen.