Was ist das?
Die Dauerranz ist eine anhaltende Rolligkeit bei unkastrierten weiblichen Frettchen, medizinisch als persistierender Östrus bezeichnet. Wird eine rollige Fähe nicht gedeckt, bleibt sie über Wochen in der Rausche, und der Körper schüttet dauerhaft hohe Mengen des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen aus. Äußerlich zeigt sich dies an einer über Wochen geschwollen bleibenden Vulva. Die dauerhaft erhöhten Hormonspiegel können das Knochenmark schädigen, in dem die Blutzellen gebildet werden, sodass die Produktion roter Blutkörperchen nachlässt und sich eine gefährliche Blutarmut entwickelt. Betroffene Fähen werden dann zunehmend blass, schwach, matt und appetitlos. Weil sich die Schädigung des Knochenmarks schleichend aufbaut und nur schwer rückgängig zu machen ist, ist die Dauerranz keine harmlose Begleiterscheinung, sondern eine ernste, potenziell lebensbedrohliche hormonelle Erkrankung unkastrierter Frettchen.
Typische Anzeichen
Folgende Anzeichen können auftreten:
- stark vergrößerte, geschwollene Vulva
- Haarausfall
- Schwäche und Müdigkeit
- blasse Schleimhäute
- Appetitlosigkeit
Mögliche Ursachen
Mögliche Ursachen sind:
- fehlende Bedeckung oder Kastration
- anhaltende Hormonausschüttung
- Haltung unkastrierter Fähen
Was Sie tun können
Beobachten Sie die Vulva und das Allgemeinbefinden unkastrierter Fähen. Sprechen Sie frühzeitig über vorbeugende Möglichkeiten.
Dauerranz beim Frettchen (Exoten): Wann muss ich zum Tierarzt?
Suchen Sie eine Praxis auf, wenn die Vulva Ihrer unkastrierten Fähe über längere Zeit geschwollen bleibt, denn eine anhaltende Rolligkeit sollte fachkundig beurteilt werden, bevor Folgeschäden entstehen. Zu einem sofortigen Notfall wird die Situation, wenn zu den hormonellen Anzeichen blasse Schleimhäute mit deutlicher Schwäche hinzukommen oder wenn Ihr Frettchen zusammenbricht beziehungsweise Futter und Wasser verweigert – dies deutet auf eine bereits schwere Blutarmut hin. Bringen Sie Ihr Tier dann ohne Verzögerung, möglichst umgehend und noch am selben Tag, in die nächste geöffnete Praxis oder Klinik und rufen Sie vorab an. Auch Appetitlosigkeit, zunehmende Mattigkeit oder auffällige Blässe ohne Zusammenbruch sind Gründe, nicht länger abzuwarten. Je früher die hormonelle Belastung erkannt wird, desto besser lässt sich eine bedrohliche Schädigung des Knochenmarks begrenzen.