Was ist das?
Eine anhaltende Futterverweigerung, medizinisch Anorexie, beschreibt, dass ein Exot über längere Zeit deutlich weniger oder gar nichts mehr frisst. Sie ist keine eigene Krankheit, sondern ein ernstes Warnzeichen, das nahezu jeder Erkrankung zugrunde liegen kann, von Zahnproblemen über Schmerzen bis zu inneren Leiden. Besonders kritisch ist das bei kleinen Heimtieren, weil ihr Stoffwechsel sehr schnell arbeitet und der Körper kaum Reserven besitzt. Bleibt die Nahrung aus, greift der Organismus rasch auf körpereigene Vorräte zurück, was innerhalb kurzer Zeit zu gefährlichen Stoffwechselentgleisungen führen kann. Bei pflanzenfressenden Arten kommt hinzu, dass die Verdauung auf ständige Nahrungszufuhr angewiesen ist und bei Stillstand zusätzlich Schaden nimmt. Schon wenige Stunden ohne Futter können daher bei einem kleinen Heimtier deutlich mehr wiegen als bei einem großen Tier.
Typische Anzeichen
Folgende Anzeichen können auftreten:
- wenig oder kein Fressen über längere Zeit
- Gewichtsverlust
- Schwäche und Trägheit
- verminderter Kotabsatz
- Teilnahmslosigkeit
Mögliche Ursachen
Mögliche Ursachen sind:
- Schmerzen oder Erkrankungen
- Zahnprobleme
- Stress
- ungeeignetes oder verdorbenes Futter
Was Sie tun können
Bieten Sie geeignetes Lieblingsfutter an und beobachten Sie, ob das Tier trinkt. Notieren Sie, seit wann es nicht frisst.
Anhaltende Futterverweigerung bei Exoten (Exoten): Wann muss ich zum Tierarzt?
Frisst ein kleines Heimtier zwölf bis vierundzwanzig Stunden nichts, sollte es noch am selben Tag tierärztlich vorgestellt werden, denn kleine Exoten entgleisen beim Fasten sehr schnell. Auch eine über mehrere Tage schleichend nachlassende Fresslust gehört abgeklärt, bevor das Tier stark abbaut. Ein sofortiger Notfall liegt vor, wenn Futter und Wasser vollständig verweigert werden, wenn kein Kot mehr abgesetzt wird oder wenn das Tier kollabiert oder stark teilnahmslos wirkt. Dann ist umgehende Hilfe nötig, notfalls über einen Notdienst. Warten Sie in solchen Fällen nicht bis zum nächsten Tag ab. Beobachten Sie zusätzlich Kotmenge, Trinkverhalten und Aktivität und geben Sie diese Beobachtungen in der Praxis an, weil sie helfen, die Ursache rascher einzugrenzen.