Was ist das?
Ein Augenvorfall, fachlich Bulbusprolaps, bezeichnet das Heraustreten des Augapfels aus der knöchernen Augenhöhle bei Exoten. Der Augapfel liegt dann teilweise oder ganz vor dem Lidspalt, während Lider, Muskeln und Gefäße gespannt oder verletzt werden. Auslöser sind meist ein stumpfes Trauma, ein Sturz, ein Biss oder starker Druck auf den Kopf. Durch die veränderte Lage trocknet die Hornhaut rasch aus, die Durchblutung wird gestört und das Auge schwillt an. Je länger der Augapfel ungeschützt vorliegt, desto stärker leiden Hornhaut, Sehnerv und die umgebenden Strukturen. Besonders anfällig sind Tiere mit von Natur aus hervorstehenden Augen, bei denen schon eine geringere Krafteinwirkung genügt. Für das Tier ist der Zustand sehr schmerzhaft, und ohne rasche fachgerechte Versorgung droht der dauerhafte Verlust des Auges oder eine bleibende Schädigung des Sehvermögens.
Typische Anzeichen
Achten Sie auf folgende Anzeichen:
- sichtbar hervorstehender Augapfel
- Schwellung um das Auge
- Schmerz und Unruhe
- Trübung des Auges
- Blutung
Mögliche Ursachen
Mögliche Ursachen sind:
- Verletzungen oder Schläge
- starker Druck im Kopfbereich
- Tumoren hinter dem Auge
- Kämpfe mit Artgenossen
Was Sie tun können
Halten Sie das Auge feucht und sauber und verhindern Sie weiteres Reiben. Transportieren Sie das Tier vorsichtig zur Praxis.
Augenvorfall bei Exoten (Exoten): Wann muss ich zum Tierarzt?
Ein Augenvorfall ist immer ein Notfall und muss ohne jede Verzögerung tierärztlich versorgt werden, am besten sofort, notfalls über einen tierärztlichen Notdienst. Jede Stunde zählt, weil die freiliegende Hornhaut schnell austrocknet und das Auge ohne rechtzeitige Behandlung verloren gehen kann. Warten Sie nicht ab, ob sich der Zustand von selbst bessert, und versuchen Sie nicht, den Augapfel selbst zurückzudrücken. Halten Sie das Tier ruhig und schützen Sie das Auge auf dem Weg zur Praxis möglichst vor weiterer Austrocknung und Verletzung, etwa indem Sie es feucht und abgedunkelt transportieren. Kündigen Sie Ihr Kommen telefonisch an, damit das Praxisteam sofort vorbereitet ist. Auch wenn das Tier ansonsten stabil wirkt, rechtfertigt ein vorgefallenes Auge stets die sofortige Vorstellung.