Was bedeutet das?
Von einem Augenvorfall spricht man, wenn der Augapfel teilweise oder ganz aus der Augenhöhle heraustritt. Ursache können ein Stoß oder Sturz, ein Biss, ein starker Druckanstieg im Kopf oder eine Schwellung hinter dem Auge sein. Das vorgefallene Auge ist der Umgebung ungeschützt ausgesetzt, trocknet rasch aus und ist sehr schmerzhaft. Ohne rasche Versorgung drohen bleibende Schäden bis zum Verlust des Auges, und die zugrunde liegende Verletzung kann weitere Folgen haben. Betroffene Tiere kneifen, reiben am Kopf, wirken schmerzgeplagt und ziehen sich zurück. Da ein Augenvorfall immer ein akuter Notfall ist und die Zeit über den Erhalt des Auges mitentscheidet, muss das Tier sofort tierärztlich versorgt werden, ohne dass man selbst am Auge manipuliert.
Worauf Sie achten sollten
Erkennbar ist der Augenvorfall an einem hervortretenden, oft geröteten und geschwollenen Augapfel, der nicht mehr richtig von den Lidern bedeckt wird. Achten Sie auf Schmerzzeichen wie Kneifen des anderen Auges, Reiben am Kopf, Unruhe oder Rückzug. Prüfen Sie, ob weitere Verletzungen im Kopfbereich vorliegen und ob das Tier benommen wirkt. Halten Sie das Tier ruhig und hindern Sie es möglichst daran, am Auge zu reiben. Berühren oder reponieren Sie den Augapfel nicht selbst und tragen Sie keine Hausmittel auf, da Sie damit zusätzlichen Schaden anrichten können. Notieren Sie, wie es zu der Verletzung kam.
Augenvorfall bei Exoten: Wann muss ich zum Tierarzt?
Ein Augenvorfall ist ein akuter Notfall und muss sofort in einer fachkundigen Tierarztpraxis oder einem Notdienst versorgt werden. Je schneller das Tier behandelt wird, desto größer ist die Chance, das Auge zu erhalten oder Folgeschäden zu begrenzen. Warten Sie nicht ab und versuchen Sie nicht, das Auge selbst zurückzudrücken. Halten Sie das vorgefallene Auge auf dem Weg möglichst feucht, indem Sie es vor dem Austrocknen schützen, und transportieren Sie das Tier ruhig und erschütterungsarm. Da hinter dem Vorfall oft eine ernste Verletzung des Kopfes steckt, ist auch die weitere Untersuchung wichtig. Wählen Sie eine auf die jeweilige Tierart spezialisierte Praxis.