Was bedeutet das?
Verfärbter Urin kann rötlich, braun, milchig oder trüb erscheinen und weicht damit von der gewohnten gelblichen Farbe ab. Bei manchen Nagern, etwa Meerschweinchen und Kaninchen, ist ein natürlich rötlicher oder trüber Harn durch Futterfarbstoffe und ausgeschiedenen Kalk normal und harmlos. In anderen Fällen deuten die Verfärbungen jedoch auf Blut, Eiter oder Harnkristalle hin und damit auf Erkrankungen der Blase, der Nieren oder der Harnwege. Auch Blasenentzündungen, Harngrieß oder Steine können den Urin verändern. Begleitend fallen manchmal häufiges Pressen, Schmerzäußerungen beim Urinieren oder Nässe am Hinterteil auf. Weil sich harmlose und ernste Ursachen von außen kaum unterscheiden lassen, ist es wichtig, Farbe, Menge, Geruch und das Verhalten beim Absetzen genau zu beobachten.
Worauf Sie achten sollten
Beobachten Sie die Urinflecken:
- Farbe und Trübung des Urins
- Sandiger oder griesartiger Bodensatz
- Häufigkeit und Schmerz beim Absatz
- Begleitender Geruch
Verfärbter Urin bei Nagetieren: Wann muss ich zum Tierarzt?
Bei dunkelrotem oder trübem Urin sollten Sie zeitnah zum Tierarzt, damit geklärt werden kann, ob eine harmlose Futterfärbung oder eine Erkrankung der Harnwege vorliegt. Warten Sie nicht lange ab, besonders wenn das Tier beim Urinieren presst, Schmerzen zeigt oder nur noch tröpfchenweise Harn absetzt. Beobachten Sie zusätzlich, ob das Hinterteil nass oder verklebt ist und ob sich Fressen und Aktivität verändern. Zum dringlichen Fall wird es, wenn dunkelroter Urin mit Schwäche zusammentrifft oder gar kein Urin mehr abgesetzt wird, denn ein Harnverhalt ist rasch lebensbedrohlich. Sorgen Sie in der Zwischenzeit für ausreichend frisches Wasser und saftiges Grünfutter, um die Flüssigkeitsaufnahme zu fördern, und bringen Sie das Tier ohne unnötigen Aufschub in eine Praxis oder Klinik.