Was bedeutet das?
Ein hervortretendes Auge bedeutet, dass der Augapfel weiter als normal aus der Augenhöhle vorsteht. Das entsteht meist durch Druck von hinten, etwa durch einen Abszess in der Augenhöhle. Bedeutsam ist es, weil bei Kaninchen häufig erkrankte Zahnwurzeln dahinterstecken und das vorstehende Auge austrocknet und geschädigt wird, weil sich das Lid nicht mehr richtig darüber schließt. Oft wirkt das betroffene Auge größer, tritt einseitig hervor und das Kaninchen zeigt Schmerzen oder eine Schwellung im Gesicht. Der Zustand kann sich langsam entwickeln oder plötzlich verstärken. Deshalb ist es wichtig, das Auge, seine Beweglichkeit und Begleitzeichen wie Gesichtsschwellung oder Fressunlust aufmerksam zu beobachten und rasch abklären zu lassen.
Worauf Sie achten sollten
Achten Sie auf das Auge und Begleitzeichen:
- Steht ein Auge deutlich weiter vor als das andere
- Kann das Tier das Auge noch schließen
- Ist die Augenpartie geschwollen
- Frisst das Tier normal oder speichelt es
- Tränt oder trübt sich das Auge
Hervortretendes Auge beim Kaninchen: Wann muss ich zum Tierarzt?
Ein hervortretendes Auge sollte rasch tierärztlich untersucht werden, da meist ein Abszess dahintersteckt und das Auge vor dem Austrocknen geschützt werden muss. Weil der Druck hinter dem Auge das Sehorgan zunehmend schädigt, sollten Sie nicht abwarten, sondern das Kaninchen möglichst am selben Tag vorstellen. Achten Sie darauf, ob das Auge schmerzt, sich eine Gesichtsschwellung bildet und ob das Tier weiter frisst. Zu einem sofortigen Notfall wird die Lage, wenn das Auge plötzlich hervortritt und schmerzt oder sich nicht mehr schließen lässt. Dann sollten Sie umgehend tierärztliche Hilfe aufsuchen. Halten Sie das Auge bis dahin möglichst feucht und schützen Sie es vor weiterer Reizung und Verletzung.