Was bedeutet das?
Durchfall bedeutet, dass der Kot zu dünn, breiig oder wässrig ist statt geformt. Normalerweise entzieht der Darm dem Nahrungsbrei Wasser, sodass fester Kot entsteht. Ist die Darmschleimhaut gereizt oder entzündet, gelingt das nicht mehr, und der Kot bleibt dünn. Bei Reptilien stecken häufig Parasiten wie Kokzidien, Flagellaten oder Würmer dahinter, aber auch Bakterien, verdorbenes Futter, ein plötzlicher Futterwechsel oder eine zu kühle Haltung mit gestörter Verdauung. Die Ursachen reichen also von einer vorübergehenden Verdauungsstörung bis zu einer ernsten Darmerkrankung. Durchfall führt rasch zu einem Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust, der das Tier schwächt. Weil der Kot viel über die Verdauung verrät, ist es wichtig, Farbe, Menge und Dauer zu beobachten und die Haltungstemperatur zu prüfen.
Worauf Sie achten sollten
Achten Sie auf folgende Hinweise:
- Farbe, Geruch und ob Blut oder Schleim beigemengt ist
- wie lange der Durchfall besteht
- ob das Tier Austrocknungszeichen zeigt
- die Temperatur und Futterqualität
- Gewicht und Allgemeinbefinden
Durchfall bei Reptilien: Wann muss ich zum Tierarzt?
Einmaliger, leichter Durchfall nach einem Futterwechsel kann bei sonst munterem Tier kurz beobachtet werden, wobei Sie die Haltungstemperatur kontrollieren sollten. Anhaltender Durchfall, besonders mit Blut, Schleim oder Schwäche, sollte jedoch mit einer Kotuntersuchung tierärztlich abgeklärt werden, da häufig Parasiten oder eine Darmentzündung dahinterstecken. Warten Sie damit nicht zu lange, weil der Flüssigkeitsverlust rasch bedrohlich wird. Zu einem sofortigen Notfall wird der Durchfall, wenn er wässrig oder blutig ist und das Tier zusätzlich schwach wirkt, oder wenn bereits Zeichen einer Austrocknung wie eingefallene Augen hinzukommen. Dann sollten Sie umgehend einen reptilienkundigen Tierarzt aufsuchen. Sammeln Sie nach Möglichkeit eine frische Kotprobe für die Untersuchung.