Was bedeutet das?
Von einer Blutung spricht man, wenn aus einer Verletzung sichtbar Blut austritt. Häufige Quellen bei Vögeln sind abgebrochene Blutkiele - junge, noch durchblutete, im Wachstum befindliche Federn - sowie verletzte Krallen, ein angebrochener Schnabel oder Wunden nach einem Anflug gegen Fenster, einem Sturz oder einem Streit mit Artgenossen. Weil kleine Vögel insgesamt nur über sehr wenig Blut verfügen, kann schon ein Verlust, der bei größeren Tieren harmlos wäre, gefährlich werden und rasch zu Schwäche führen. Anhaltende oder starke Blutungen sind daher immer ernst zu nehmen. Zudem kann hinter wiederholten Blutungen ohne klare Verletzung eine Gerinnungsstörung oder Erkrankung stecken, weshalb die Umstände genau beobachtet werden sollten.
Worauf Sie achten sollten
Finden Sie die Blutungsquelle:
- blutende Feder, Kralle oder Schnabelspitze
- Blutspuren am Gefieder oder im Käfig
- anhaltendes Tropfen oder Sickern
- Schwäche oder blasse Schleimhäute bei größerem Verlust
- begleitende Verletzungen
Blutungen bei Vögeln: Wann muss ich zum Tierarzt?
Anhaltende oder starke Blutungen sind ein Notfall, denn kleine Vögel vertragen nur geringe Blutverluste. Ein sofortiger Notfall liegt vor, wenn eine Blutung aus Feder, Kralle oder Schnabel nicht rasch zum Stillstand kommt, wenn viel Blut verloren geht oder der Vogel dabei schwach wird, blasse Schleimhäute zeigt oder benommen wirkt. Kontaktieren Sie in diesen Fällen umgehend eine vogelkundige Notdienstpraxis oder Vogelklinik und stellen Sie den Vogel ohne Verzögerung dort vor. Auch eine bereits gestillte, aber starke Blutung sollte zeitnah kontrolliert werden, da ein abgebrochener Blutkiel erneut zu bluten beginnen kann. Rufen Sie nach Möglichkeit vorab an, doch wenn niemand erreichbar ist, fahren Sie ohne weiteres Warten los.