Was bedeutet das?
Eine Bewegungsstörung bedeutet, dass ein Exot wie Igel, Sugar Glider oder Frettchen seinen Körper nicht mehr sicher kontrolliert: Das Tier schwankt, taumelt, knickt ein, zieht Gliedmaßen nach oder bewegt sich steif und unkoordiniert. Die Ursachen betreffen Nerven, Muskeln, Skelett oder Stoffwechsel. Beim Igel ist das Wobbly-Hedgehog-Syndrom eine bekannte, fortschreitende Nervenerkrankung mit zunehmender Bewegungsunsicherheit. Bei Sugar Glidern führt eine metabolische Knochenerkrankung durch Kalzium- und Vitaminmangel zu Schwäche und Lähmungen. Weitere Ursachen sind Vitaminmangel, Rachitis bei Jungtieren, ein Knochenbruch, eine Ataxie, Fehlstellungen der Krallen oder die Aleutenkrankheit beim Frettchen. Manche Störungen entwickeln sich langsam, andere plötzlich. Weil viele Ursachen fortschreiten und teils durch Haltung und Fütterung beeinflusst sind, ist eine frühe Abklärung wichtig, um bleibende Schäden zu vermeiden.
Worauf Sie achten sollten
Achten Sie darauf, ob das Tier schwankt, taumelt, mit dem Kopf wackelt, einknickt oder einzelne Gliedmaßen nachzieht oder gar nicht mehr belastet. Beobachten Sie, ob die Störung langsam zunimmt oder plötzlich aufgetreten ist und ob sie eine oder mehrere Gliedmaßen betrifft. Weitere Begleitzeichen können Zittern, Schwäche, Fressunlust, Abmagerung oder Schmerzäußerungen sein. Achten Sie auch auf die Haltung, denn ein Kalzium- oder Vitaminmangel entsteht oft durch einseitige Fütterung. Kritischer wird es, wenn das Tier gar nicht mehr aufstehen oder laufen kann, eine plötzliche Lähmung zeigt, zusätzlich krampft, nicht mehr frisst oder rasch schwächer wird.
Bewegungsstörung bei Exoten: Wann muss ich zum Tierarzt?
Eine Bewegungsstörung sollte bei Exoten zeitnah tierärztlich abgeklärt werden, am besten innerhalb von ein bis zwei Tagen bei einer auf Heimtiere spezialisierten Praxis, da viele Ursachen fortschreiten oder Fütterung und Haltung angepasst werden müssen. Warten Sie nicht ab, ob sich das Gangbild von selbst bessert. Sofort in Praxis oder Notdienst gehört das Tier, wenn die Störung plötzlich auftritt, das Tier nicht mehr aufstehen oder laufen kann, eine Gliedmaße gelähmt ist, zusätzlich Krämpfe auftreten oder das Tier nicht mehr frisst und rasch schwächer wird. Eine frühe Untersuchung verbessert bei vielen Ursachen die Aussichten und kann bleibende Schäden verhindern. Halten Sie das Tier bis dahin ruhig und sicher untergebracht.