Was bedeutet das?
Ein vorgewölbtes Auge tritt weiter aus der Augenhöhle hervor als normal oder erscheint insgesamt vergrößert. Das geschieht, wenn sich hinter oder im Auge ein Druck aufbaut, etwa durch eine Eiteransammlung, einen erhöhten Augeninnendruck, eine Entzündung oder eine Gewebeneubildung. Bei Schlangen kann sich ein Abszess unter der durchsichtigen Brille als deutliche Vorwölbung zeigen. Die möglichen Ursachen reichen damit von einer örtlichen Entzündung bis zu ernsten Prozessen im Augeninneren oder in der Augenhöhle. Das hervortretende Auge ist zudem ungeschützt und kann leichter austrocknen oder verletzt werden. Weil der zunehmende Druck das empfindliche Gewebe schädigt, ist es wichtig, eine Vorwölbung früh zu erkennen und auf zusätzliche Zeichen wie Trübung, Rötung oder Schmerz zu achten.
Worauf Sie achten sollten
Achten Sie auf folgende Punkte:
- ob ein oder beide Augen vorgewölbt sind
- ob das Auge trüb oder verfärbt ist
- ob eine Schwellung im Augenbereich besteht
- ob das Tier das Auge schützt
- Begleitzeichen wie Schwäche
Vorgewölbtes Auge bei Reptilien: Wann muss ich zum Tierarzt?
Ein vorgewölbtes Auge sollte rasch tierärztlich untersucht werden, da ein Druck im oder hinter dem Auge das Sehvermögen und das Auge selbst bedroht. Je früher die Ursache erkannt wird, desto eher lässt sich das Auge erhalten. Warten Sie deshalb nicht ab, ob sich die Vorwölbung von selbst zurückbildet. Zu einem sofortigen Notfall wird es, wenn das Auge plötzlich stark hervortritt oder wenn die Vorwölbung mit einer Trübung und deutlicher Schwäche einhergeht. Dann sollten Sie umgehend einen reptilienkundigen Tierarzt aufsuchen. Halten Sie das Auge bis dahin durch eine feuchte Umgebung vor dem Austrocknen geschützt, ohne selbst Druck darauf auszuüben. Notieren Sie, seit wann die Vorwölbung besteht und ob sie zunimmt.