Was ist das?
Bei der metastatischen Kalzifikation lagert sich Kalzium dort ab, wo es normalerweise nicht hingehört, nämlich in Weichgeweben wie Gefäßwänden, Nieren, Muskeln oder Lunge. Auslöser ist meist ein gestörter Mineralhaushalt, etwa ein Überschuss an Vitamin D3 durch eine falsche Ergänzung oder ein ungünstiges Verhältnis von Kalzium und Phosphor im Körper. Häufig steht dahinter eine geschädigte Niere, die den Mineralstoffwechsel nicht mehr richtig regeln kann. Durch die Ablagerungen versteift und schädigt das Kalzium die betroffenen Organe und Gewebe und schränkt deren Funktion zunehmend ein. Die entstandenen Verkalkungen sind in der Regel nicht mehr rückgängig zu machen. Die Erkrankung entwickelt sich oft schleichend und ist ein ernstes Zeichen für eine tiefer liegende Stoffwechsel- oder Nierenstörung, die abgeklärt werden muss.
Typische Anzeichen
Anzeichen können sein:
- Bewegungsunlust und Steifheit
- Teilnahmslosigkeit und Schwäche
- Verhärtungen oder Schwellungen unter der Haut
- Appetitlosigkeit
- allgemeine Verschlechterung des Zustands
Mögliche Ursachen
Begünstigend wirken:
- Überschuss an Vitamin D3
- falsches Calcium-Phosphor-Verhältnis
- vorgeschädigte Nieren
- unausgewogene Nahrungsergänzung
Was Sie tun können
Verabreichen Sie Vitamin- und Mineralpräparate nur maßvoll nach fachlicher Empfehlung und achten Sie auf eine ausgewogene Fütterung. Überprüfen Sie die Nahrungsergänzung.
Weichteilverkalkung (metastatische Kalzifikation) bei Reptilien: Wann muss ich zum Tierarzt?
Weichteilverkalkungen entwickeln sich meist langsam und sollten bei unklaren Beschwerden tierärztlich abgeklärt werden. Lassen Sie Ihr Tier untersuchen, wenn es ohne erkennbaren Grund schwach wirkt, sich steif bewegt, Verhärtungen tastbar sind oder die Beweglichkeit nachlässt, damit der Mineralhaushalt und die Nierenfunktion beurteilt werden können. Ein sofortiger Notfall besteht, wenn das Tier vollständig bewegungsunfähig wird oder festliegt, wenn die Schwäche bis zur Teilnahmslosigkeit zunimmt oder wenn es das Futter anhaltend verweigert. In diesen Fällen ist die Erkrankung weit fortgeschritten und das Tier akut belastet. Warten Sie nicht ab, ob sich die Beschwerden bessern, da die Verkalkungen fortschreiten und weitere Organe schädigen können. Lassen Sie zugleich die Fütterung und die Vitaminversorgung überprüfen, um weitere Ablagerungen zu vermeiden.