Was ist das?
Eine Unterkühlung beim Kaninchen, fachsprachlich Hypothermie genannt, bedeutet, dass die Körpertemperatur des Tieres gefährlich unter den Normalbereich absinkt. Sie tritt vor allem bei nass gewordenen, geschwächten, kranken oder neugeborenen Kaninchen auf, die ihre Körperwärme nicht ausreichend halten können. Auch längere Kälteeinwirkung, Zugluft oder ein bereits geschwächter Kreislauf begünstigen das Auskühlen. Das ist lebensbedrohlich, weil bei zu niedriger Temperatur der Stoffwechsel, die Verdauung und der Kreislauf nicht mehr richtig arbeiten. In der Folge verlangsamen sich alle Körperfunktionen, das Tier wird zunehmend teilnahmslos und fällt in einen lebensgefährlichen Zustand. Besonders Jungtiere ohne eigene Wärmeregulation und geschwächte Kaninchen sind gefährdet und können rasch weiter auskühlen.
Typische Anzeichen
Eine Unterkühlung zeigt sich durch Schwäche und Kälte:
- Kalte Ohren, Pfoten und Körperoberfläche
- Zittern, das im fortgeschrittenen Stadium aufhört
- Hochgradige Teilnahmslosigkeit und Schwäche
- Langsame, flache Atmung
- Reaktionslosigkeit bei starker Auskühlung
Mögliche Ursachen
Eine Unterkühlung entsteht durch Wärmeverlust:
- Nasses Fell durch Regen oder verschüttetes Wasser
- Kälte und Zugluft, besonders bei kranken Tieren
- Neugeborene, die aus dem Nest gefallen sind
- Schwächezustände, die die Wärmeproduktion senken
Was Sie tun können
Wärmen Sie das Tier langsam und schonend, etwa mit einem in ein Tuch gewickelten, lauwarmen Wärmflaschenersatz, und vermeiden Sie direkte Hitze. Trocknen Sie nasses Fell vorsichtig ab.
Unterkühlung beim Kaninchen: Wann muss ich zum Tierarzt?
Eine starke Unterkühlung mit Teilnahmslosigkeit ist ein Notfall; wärmen Sie das Tier schonend an und bringen Sie es umgehend zum Tierarzt. Warten Sie nicht ab, wenn sich Ihr Kaninchen kühl anfühlt, kaum noch bewegt, apathisch wirkt oder nach Nässe und Kälte nicht wieder zu Kräften kommt. Ein sofortiger Notfall liegt vor, sobald das Tier nur noch schwach reagiert, flach atmet oder in einen Dämmerzustand fällt. Wickeln Sie das Kaninchen bis zum Transport in ein Tuch und wärmen Sie es langsam und gleichmäßig an, ohne es direkter Hitze auszusetzen. Rufen Sie parallel eine Praxis oder Klinik an. Da bei fortschreitender Auskühlung Kreislauf und Verdauung stillstehen können, ist rasches, aber behutsames Handeln entscheidend, um das Tier zu stabilisieren.