Was ist das?
Überlange Schneidezähne entstehen, wenn die vorderen Nagezähne nicht mehr ausreichend abgenutzt werden. Die Schneidezähne von Nagetieren wachsen ein Leben lang nach und reiben sich normalerweise beim Nagen gegenseitig ab. Fehlt dieser Abrieb, werden sie immer länger, können sich verbiegen und sogar bis ins gegenüberliegende Zahnfleisch oder in den Gaumen wachsen. Das macht das Aufnehmen von Futter unmöglich und ist sehr schmerzhaft.
Typische Anzeichen
Überlange Schneidezähne sind beim genauen Hinsehen oft direkt erkennbar:
- Die vorderen Zähne sind ungewöhnlich lang oder stehen schräg ab
- Das Tier kann Futter nicht mehr richtig greifen
- Speichelfluss und nasses Kinn
- Deutlicher Gewichtsverlust
Mögliche Ursachen
Der gestörte Abrieb hat meist eine zugrunde liegende Ursache:
- Eine Fehlstellung, bei der die Zähne aneinander vorbeiwachsen
- Ein abgebrochener Gegenzahn, sodass der Abrieb fehlt
- Zu weiches Futter und mangelndes Nagematerial
- Frühere Kieferverletzungen
Was Sie tun können
Geben Sie nagefähiges Material und faserreiches Futter, um den natürlichen Abrieb zu fördern. Kontrollieren Sie die Schneidezähne regelmäßig. Kürzen Sie die Zähne niemals selbst mit Schere oder Zange, da dies die Zähne splittern lässt.
Wann zum Tierarzt
Können die Zähne nicht mehr richtig schließen oder behindern sie das Fressen, ist eine tierärztliche Korrektur zeitnah nötig, die in der Regel regelmäßig wiederholt werden muss.