Was ist das?
Eine Speicheldrüsenentzündung beim Kaninchen, fachsprachlich Sialoadenitis genannt, ist eine Entzündung einer der Drüsen, die den Speichel bilden und in die Mundhöhle abgeben. Auslöser können Keime, ein verstopfter Drüsengang, Verletzungen oder eine von den Zähnen oder dem Maul fortgeleitete Entzündung sein. Die betroffene Drüse schwillt an, schmerzt und produziert oft vermehrt Speichel. Das ist bedeutsam, weil die schmerzhafte Schwellung das Kauen und Schlucken beeinträchtigt und das Kaninchen dadurch schlechter oder gar nicht mehr frisst. Da eine verminderte Futteraufnahme bei Kaninchen rasch die empfindliche Verdauung ins Stocken bringt, kann sich aus dem lokalen Problem schnell eine ernstere Gesamtsituation entwickeln.
Typische Anzeichen
Eine Speicheldrüsenentzündung zeigt sich im Kopf- und Halsbereich:
- Schwellung im Bereich von Wange oder Kehlgang
- Vermehrtes Speicheln und nasses Kinn
- Vorsichtiges, schmerzhaftes Kauen
- Fressunlust
- Berührungsempfindlichkeit
Mögliche Ursachen
Die Entzündung hat verschiedene Ursachen:
- Verstopfte Speicheldrüsengänge
- Fortgeleitete Zahn- und Maulentzündungen
- Bakterielle Infektionen
- Verletzungen im Maulbereich
Was Sie tun können
Bieten Sie weiches Futter an und sorgen Sie dafür, dass Ihr Kaninchen weiterfrisst. Drücken Sie nicht an der geschwollenen Stelle herum.
Speicheldrüsenentzündung beim Kaninchen: Wann muss ich zum Tierarzt?
Eine Speicheldrüsenentzündung ist ein dringender Fall. Eine schmerzhafte Schwellung im Kopf- oder Halsbereich, verbunden mit vermehrtem Speicheln, feuchtem Kinn oder verklebtem Fell, sollte tierärztlich abgeklärt werden, da meist eine behandlungsbedürftige Ursache vorliegt und oft die Zähne mitbetroffen sind. Warten Sie nicht ab, ob die Schwellung von selbst zurückgeht. Zu einem sofortigen Notfall wird die Lage, wenn Ihr Kaninchen das Futter über mehrere Stunden vollständig verweigert, wenn die Schwellung rasch zunimmt und die Atmung erschwert oder wenn das Tier teilnahmslos wird und kein Kot mehr abgesetzt wird. In diesen Fällen sollten Sie umgehend eine Tierarztpraxis oder Klinik aufsuchen, um Schmerz und Verdauungsstillstand vorzubeugen.