Was ist das?
Bei der Septikämie gelangen Bakterien oder ihre Giftstoffe in die Blutbahn und verteilen sich über den gesamten Körper. Anders als bei einer örtlich begrenzten Entzündung kann der Organismus die Erreger nicht mehr eingrenzen, sodass nach und nach mehrere Organe geschädigt werden. Auslöser sind oft eine verschleppte Maulfäule, eine Panzerfäule oder eine infizierte Wunde, von der aus die Keime ins Blut übertreten. Betroffene Tiere wirken schwer krank, teilnahmslos und zeigen häufig punktförmige Einblutungen an Haut oder Schleimhäuten. Eine Blutvergiftung ist immer lebensbedrohlich und schreitet meist rasch voran, weil der Kreislauf und die Organe gleichzeitig belastet werden. Sie ist damit eine der ernstesten Situationen, in die ein Reptil geraten kann.
Typische Anzeichen
Eine Blutvergiftung kann sich zeigen durch:
- rötliche Verfärbungen der Haut oder des Bauchpanzers
- ausgeprägte Schwäche und Teilnahmslosigkeit
- Atemprobleme
- Futterverweigerung
- punktförmige Einblutungen
Mögliche Ursachen
Ursachen sind häufig:
- verschleppte Infektionen wie Maul- oder Panzerfäule
- infizierte Wunden oder Abszesse
- schwere Darminfektionen
- ein stark geschwächtes Immunsystem
Was Sie tun können
Halten Sie das Tier warm im artgerechten Bereich und ruhig, da Wärme das Immunsystem unterstützt. Versuchen Sie keine eigene Behandlung, sondern handeln Sie sofort.
Septikämie (Blutvergiftung) bei Reptilien: Wann muss ich zum Tierarzt?
Eine Septikämie ist ein sofortiger Notfall, der ohne rasches Eingreifen tödlich endet; kontaktieren Sie daher umgehend eine reptilienkundige Notdienstpraxis oder Tierklinik und stellen Sie das Tier ohne Verzögerung dort vor. Dringend ist dies vor allem, wenn eine Wunde, eine Maul- oder Panzerfäule sich verschlimmert und das Tier gleichzeitig schwer krank, teilnahmslos oder auffällig geschwächt wirkt. Warnzeichen wie punktförmige Einblutungen, eine ungewöhnlich rote Verfärbung an Haut oder Bauchseite und ein rascher Verfall des Allgemeinzustands unterstreichen die Dringlichkeit, denn hier zählt jede Stunde. Ein Abwarten oder Beobachten ist bei dieser Erkrankung ausdrücklich nicht angebracht. Rufen Sie nach Möglichkeit vorab an, damit die Praxis auf ein Reptil vorbereitet ist – erreichen Sie niemanden, fahren Sie dennoch sofort los und lassen Sie sich durch weitere Anrufversuche nicht aufhalten.