Was ist das?
Seborrhö beim Hund ist eine Störung der natürlichen Verhornung und Talgproduktion der Haut. Normalerweise erneuert sich die Hautoberfläche gleichmäßig und bildet eine schützende Fettschicht, die Haut und Fell geschmeidig hält. Bei der Seborrhö gerät dieser fein abgestimmte Vorgang aus dem Gleichgewicht, sodass sich vermehrt Schuppen bilden und das Fell entweder auffällig trocken und stumpf oder fettig und klebrig wird. Häufig geht damit ein unangenehmer Geruch einher, und die veränderte Haut kann anfälliger für Juckreiz und Infektionen sein. Seborrhö ist dabei meist keine eigenständige Krankheit, sondern die Begleiterscheinung anderer Grundprobleme wie Hormonstörungen, Allergien oder Parasiten. Deshalb steht neben der Pflege der Haut vor allem das Auffinden der zugrunde liegenden Ursache im Vordergrund, um die Beschwerden dauerhaft zu bessern.
Typische Anzeichen
Die Veränderungen betreffen vor allem Haut und Fell. Häufig beobachtete Anzeichen sind:
- vermehrte Schuppenbildung im Fell
- trockenes, stumpfes oder im Gegenteil fettiges Fell
- unangenehmer, ranziger Hautgeruch
- gerötete oder gereizte Haut, teils mit Juckreiz
- vermehrte Verhornung an Ballen oder Nase
Mögliche Ursachen
Seborrhö kann anlagebedingt oder durch andere Erkrankungen ausgelöst sein. Mögliche Ursachen sind:
- eine erbliche Veranlagung bei bestimmten Rassen
- Allergien oder Parasitenbefall
- Hormon- oder Stoffwechselstörungen
- Mangel an bestimmten Nährstoffen
- chronische Hautinfektionen durch Bakterien oder Hefepilze
Was Sie tun können
Achten Sie auf eine regelmäßige, schonende Fellpflege und eine ausgewogene Ernährung, die die Hautgesundheit unterstützt. Beobachten Sie, ob die Schuppung mit bestimmten Jahreszeiten, Futter oder anderen Faktoren zusammenhängt. Da Seborrhö oft Folge einer Grunderkrankung ist, sollte diese gemeinsam mit der Tierarztpraxis gesucht werden.
Seborrhö beim Hund: Wann muss ich zum Tierarzt?
Stellen Sie Ihren Hund tierärztlich vor, wenn die Schuppung stark ausgeprägt ist, mit Juckreiz, unangenehmem Geruch, fettiger Haut oder Haarausfall einhergeht oder sich trotz Pflege nicht bessert. Da hinter einer Seborrhö häufig eine andere Grunderkrankung steckt, hilft eine Untersuchung zu klären, ob und welche Ursache behandelt werden muss, damit sich das Hautbild dauerhaft bessert. Ein akuter Notfall ist die Seborrhö selbst in der Regel nicht, sie sollte aber nicht dauerhaft ignoriert werden. Zeitnah tierärztlichen Rat sollten Sie einholen, wenn die Haut zusätzlich stark entzündet, offen oder infiziert wirkt oder wenn Ihr Hund neben den Hautveränderungen matt, abgeschlagen oder erkennbar krank erscheint. So lassen sich ernstere Grunderkrankungen rechtzeitig erkennen und die Lebensqualität Ihres Hundes erhalten.