Was ist das?
Eine Schlundverstopfung ist ein Verschluss der Speiseröhre (Oesophagus) durch einen festsitzenden Futterballen. Das Pferd kann den Bissen weder hinunterschlucken noch weiterbefördern, sodass sich Futter und Speichel oberhalb der Blockade stauen. Typisch sind starkes Speicheln, würgende Bewegungen, Husten und mitunter Futter oder Schleim, der aus den Nüstern austritt. Häufig entsteht eine Schlundverstopfung, wenn Pferde hastig fressen, unzureichend gekautes oder quellendes Futter aufnehmen oder zu wenig Wasser zur Verfügung haben. Bleibt der Verschluss bestehen, drohen Schäden an der Speiseröhrenschleimhaut, und eingeatmetes Futter kann die Lunge belasten. Wegen dieser Risiken und der Belastung für das Pferd gilt die Schlundverstopfung als ernste, rasch behandlungsbedürftige Erkrankung.
Typische Anzeichen
Eine Schlundverstopfung zeigt sich schnell:
- Speichel und Futter aus Maul und Nase
- wiederholtes Würgen und Husten
- ausgestreckter Hals
- Unruhe und Schwitzen
Mögliche Ursachen
Verschiedene Faktoren begünstigen das Problem:
- hastiges, gieriges Fressen
- trockene Pellets oder Trockenschnitzel
- ungenügend gekautes Futter (Zahnprobleme)
- zu wenig Wasseraufnahme
Was Sie tun können
Entfernen Sie sofort alles Futter und lassen Sie das Pferd nicht weiter fressen. Halten Sie es ruhig und verständigen Sie den Tierarzt.
Schlundverstopfung beim Pferd: Wann muss ich zum Tierarzt?
Die Schlundverstopfung ist ein Notfall, bei dem Sie sofort den Tierarzt rufen müssen. Wenn Ihr Pferd während oder nach dem Fressen plötzlich stark speichelt, würgt, hustet und Futter oder Schleim aus den Nüstern austritt, den Hals streckt und unruhig wirkt, verständigen Sie umgehend fachliche Hilfe. Entfernen Sie in dieser Situation jegliches Futter und Wasser, damit sich der Stau nicht weiter verschlimmert und kein zusätzliches Material eingeatmet wird. Warten Sie nicht ab, denn je länger der Verschluss besteht, desto größer ist das Risiko für Schäden an der Speiseröhre und für eine Belastung der Lunge durch eingeatmetes Futter. Auch wenn die Beschwerden zunächst nachzulassen scheinen, sollte das Pferd tierärztlich beurteilt werden, um Folgeprobleme frühzeitig zu erkennen.