Was ist das?
Eine Schlundverstopfung beim Kaninchen, fachsprachlich Ösophagusobstruktion genannt, ist das Steckenbleiben eines Futterbrockens oder Fremdkörpers in der Speiseröhre, dem sogenannten Schlund. Die Speiseröhre verbindet Maul und Magen; ist sie blockiert, kann das Kaninchen nicht mehr richtig schlucken. In der Folge stauen sich Speichel und Futter oberhalb des Hindernisses, und das Tier würgt oder speichelt stark. Ursache ist häufig hastig aufgenommenes oder zu trockenes Futter. Besonders gefährlich wird die Verstopfung, weil aufgestautes Material in die Luftröhre gelangen und die Atmung behindern kann. Da die empfindliche Schleimhaut der Speiseröhre außerdem geschädigt werden kann, ist eine Schlundverstopfung ein ernster Zustand, der rasches Eingreifen verlangt.
Typische Anzeichen
Eine Schlundverstopfung tritt plötzlich auf:
- Plötzliches starkes Speicheln und nasses Kinn
- Würgen und Schluckbewegungen ins Leere
- Sichtbare Unruhe und Panik
- Verweigerung von Futter und Wasser
- Bei schwerem Verlauf Atemnot
Mögliche Ursachen
Auslöser ist meist hastig aufgenommenes oder ungeeignetes Futter:
- Zu große oder harte Futterbrocken
- Hastiges Schlingen, etwa bei Futterneid
- Trockene, quellende Futtermittel
- Fremdkörper
Was Sie tun können
Bewahren Sie Ruhe und halten Sie das Tier möglichst still. Versuchen Sie nicht, den Fremdkörper mit den Fingern oder Werkzeugen zu entfernen, da Sie ihn tiefer schieben oder Verletzungen verursachen können.
Schlundverstopfung beim Kaninchen: Wann muss ich zum Tierarzt?
Plötzliches starkes Speicheln mit Würgen und Schluckversuchen ist ein Notfall, der sofortige tierärztliche Hilfe erfordert. Besonders dringlich wird die Lage, wenn zusätzlich Atemnot auftritt, das Kaninchen mit offenem Maul atmet oder die Schleimhäute sich bläulich verfärben, denn dann droht das Verlegen der Luftröhre. Warten Sie in solchen Situationen nicht ab, ob sich das Hindernis von selbst löst, sondern verständigen Sie unverzüglich eine Praxis oder Klinik. Auch wenn das Tier nach dem Würgen zunehmend teilnahmslos wirkt oder die Nahrung vollständig verweigert, ist rasches Handeln nötig. Ein sofortiger Notfall liegt vor, sobald Atembeschwerden erkennbar sind. Da eine Schlundverstopfung sich innerhalb kurzer Zeit lebensbedrohlich zuspitzen kann, gilt hier grundsätzlich: lieber einmal zu früh als zu spät vorstellig werden.