Was ist das?
Bei einem Schlaganfall wird ein Teil des Gehirns plötzlich nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt, etwa durch ein verstopftes oder geplatztes Gefäß. Die betroffenen Hirnzellen erhalten dadurch keinen Sauerstoff mehr und werden geschädigt oder sterben ab. Je nach betroffenem Bereich des Gehirns kommt es zu plötzlichen Lähmungen, Gleichgewichtsverlust, Kopfschiefhaltung, ungleichen Pupillen oder Bewusstseinsstörungen. Die Anzeichen treten meist ganz unvermittelt auf. Ein Schlaganfall tritt vor allem bei älteren Tieren und solchen mit Vorerkrankungen auf. Weil das Gehirn empfindlich auf Sauerstoffmangel reagiert und die Ausfälle rasch fortschreiten können, ist ein Schlaganfall ein akuter Notfall, der sofortiges Handeln erfordert.
Typische Anzeichen
Ein Schlaganfall zeigt sich plötzlich und einseitig:
- Plötzliche Schiefhaltung des Kopfes
- Taumeln, Torkeln, Kreislaufen oder Umkippen zu einer Seite
- Lähmung oder Schwäche einer Körperhälfte
- Teilnahmslosigkeit oder verändertes Bewusstsein
- Augenzittern
Mögliche Ursachen
Die Durchblutung des Gehirns kann auf verschiedene Weise gestört sein:
- Ein verstopftes oder geplatztes Hirngefäß
- Hoher Blutdruck
- Herzerkrankungen
- Hohes Alter
- Andere Grunderkrankungen
Hinweis: Dieselben Anzeichen (Kopfschiefhaltung, Kreiseln, Augenzittern) entstehen bei Nagetieren noch häufiger durch eine Erkrankung des Gleichgewichtsorgans, etwa eine Innen- oder Mittelohrentzündung. Die sofortige tierärztliche Abklärung ist in beiden Fällen richtig.
Was Sie tun können
Halten Sie das Tier ruhig, warm und sicher gepolstert, damit es sich beim Taumeln nicht verletzt, und vermeiden Sie Aufregung. Bringen Sie es schonend zur Tierärztin oder zum Tierarzt.
Schlaganfall bei Nagetieren: Wann muss ich zum Tierarzt?
Ein Schlaganfall ist ein Notfall. Treten plötzlich Lähmungen, Gleichgewichtsverlust, eine ausgeprägte Kopfschiefhaltung oder Bewusstseinsstörungen auf, kontaktieren Sie ohne Verzögerung eine für Nagetiere geeignete Notdienstpraxis oder Tierklinik und stellen Sie das Tier dort sofort vor. Warten Sie nicht ab, ob sich die Anzeichen von selbst zurückbilden, denn eine frühe Abklärung ist wichtig, um die Ursache einzugrenzen. Besonders dringend ist die Vorstellung, wenn das Tier bewusstlos wird, krampft oder gar nicht mehr aufstehen kann. Rufen Sie nach Möglichkeit vorab an, damit die Praxis vorbereitet ist; erreichen Sie niemanden, fahren Sie dennoch sofort los, ohne die Fahrt durch weitere Anrufversuche aufzuhalten.